Konstruktive Anforderungen - Schlitze und Aussparungen

Schlitze und Aussparung
Grundsätzlich zu beachten, dass die zulässigen Mauerwerksspannungen an keiner Stelle überschritten werden. Die ÖNORM regelt, in welchen Fällen auf einen rechnerischen Nachweis von Aussparungen und Schlitzen im Mauerwerk, bezogen auf eine Mindestwanddicke t von 25 cm, verzichtet werden kann:

Ohne rechnerischen Nachweis gelten für Aussparungen und Schlitze im Mauerwerk nachstehende Maximalabmessungen:

  • Vertikal verlaufende, nachträglich hergestellte Schlitze dürfen höchstens 3 cm tief sein und bei einer Wanddicke von 20 cm eine Breite von 15 cm sowie ab einer Wanddicke von 30 cm eine Breite von 20 cm aufweisen. Schlitze, die maximal 1 m über die Rohdecke reichen, dürfen mit einer Tiefe bis zu 8 cm bei einer Maximalbreite von 12 cm ausgeführt werden.

  • Vertikal verlaufende, gemauerte Aussparungen dürfen höchstens 25 cm breit sein, wobei die verbleibende Wanddicke mindestens t / 2 sein muss.

  • Die Summe der Einzelschlitzbreiten darf auf eine horizontal gemessene Bezugslänge von 2,0 m das Maß von 25 cm nicht überschreiten.
  • Werden vertikale Schlitze ausgeführt, deren Länge größer als 1 m und deren Tiefe größer als t / 2 ist,dann ist die Wand als vollkommen durchtrennt zu betrachten, und jeder Teilquerschnitt muss mindestens die Bedingungen für Pfeiler erfüllen.
  • Waagrechte und geneigte Schlitze sollten vermieden werden. Ist dies nicht möglich, muss deren Tiefe auf t / 10 beschränkt bleiben; außerdem sind solche Schlitze nur in einem Bereich zwischen 20 cm und 40 cm, gemessen von Deckenunterkante, sowie innerhalb einer Bandbreite von 40 cm oberhalb der Rohdecke und jeweils nur auf einer Wandseite zulässig.

  • Schlitze in tragenden Pfeilern sowie in tragenden Wänden mit einer Dicke t < 20 cm sind ohne Nachweis unzulässig

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