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Inhalt

    Deckensysteme — Ziegeldecken

    Massive Ziegeldecken bilden horizontale Ebenen und tragen zur Aussteifung der Gebäude bei. Die Deckenauflager sind sorgfältig zu planen und auszuführen, da Mauerwerk dort besonders beansprucht ist.
    Decken mit Deckenziegeln bzw. Fertigteilträgern können auf einfache Weise von Hand aus verlegt, vorgefertigte und raumlange Deckenplatten mittels Kran eingebaut werden. Auch schräggestellt sind Ziegelelemente einbaubar und ergeben dann ein in puncto Schalldämmung und Raumklima überlegenes „Massivdach“.

    + Trägerdecken sind einfach und schnell zu erstellen, daher für den Selbstbau geeignet und eine kostengünstige Bauweise. Die Verlegeplanung inklusive Deckenstatik wird in der Regel durch das Auslieferwerk übernommen.

    + Ein durchschnittlicher Ziegelanteil von 80 % bringt viele bauphysikalische Vorteile: Die Überlegenheit aller Ziegeldecken beruht im ausgleichenden Temperatur- und Feuchteverhalten des Ziegelmaterials.

    + Idealer und einheitlicher Putzgrund bei Wand und Decke. Dank der konstruktiven Eigenart der Ziegeldecke bildet deren Unterseite einen stofflich einheitlichen, weil ganz aus Ziegelmaterial bestehenden ebenen Putzgrund, der zum einen eine sehr gute Haftfähigkeit aufweist und zum anderen kondensierte Raumfeuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben kann – Garant für ein ausgeglichenes Raumklima.

    + Der hohe Ziegelanteil bietet einen guten Wärme- und Feuchtigkeitsspeicher für ein behagliches und gesundes Raumklima.

    + Warme Oberflächen bzw. gute Wärmedämmung durch Luftkammern und Porosierung im Deckenziegel.

    + Ideales System für Renovierung/Sanierung von Bestandsbauten durch kleinteilige und leichtgewichtige Bauteile.

    + Gute Tragfähigkeit durch flexible Anwendung der Elemente des Tragsystems.

    Montage und technische Ausführung

    Grundsätzlich müssen die Richtlinien für die Deckenverlegung und Ausführung der jeweiligen Lieferfirma genau beachtet werden.

    Deckenauflager

    Die Deckenträger müssen an jedem Ende mindestens 10 cm auf dem Mauerwerk aufliegen. Wenn zwei Träger auf einer Mittelmauer aufliegen, sollten sie entweder versetzt verlegt oder eine Querrippe auf der Mittelmauer mit durchlaufender Bewehrung angeordnet werden.

    Rostausbildung

    Wandroste sind normgemäß ÖNORM B 1996-3 mit einer Mindestbreite von 15 cm und einem Mindestbewehrungsquerschnitt von 2 cm2 (bei C16/20 mit Bst 550) auszuführen. Die Anordnung einer Trennschicht (z. B. besandete Bitumenbahn) zwischen Mauerwerk und Decke beziehungsweise Rost vermindert die Rissegefahr sowie die Schallübertragung zwischen den Geschossen.

    Kappeisen

    Zur Abdeckung unbeabsichtigter Einspannung müssen im Bereich der Deckenendauflager oben liegende Zulagestäbe („Kappeisen“) angeordnet werden. Sie müssen 1/6 der Lichtweite, mindestens jedoch 80 cm ins Feld reichen und das äußere Rosteisen umfassen.

    Querrippen

    Die Querverteilung von Einzellasten erfolgt durch einen bewehrten Aufbeton sowie durch bewehrte Querrippen, die normgemäß auszuführen und dem statischen Erfordernis (je nach Deckenauflast) oben und unten symmetrisch zu armieren sind.

     

    Bild 7-55: Verlegung Ziegeldecke mit vorgefertigten Deckenträgern
    Bild 7-55: Verlegung Ziegeldecke mit vorgefertigten Deckenträgern

     

    Bild 7-56: Verlegung Rippenhohlsteindecke
    Bild 7-56: Verlegung Rippenhohlsteindecke

     

    Bild 7-57 bis 62: Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-57: Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Bild 7-57 bis 62: Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-58: Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Bild 7-57 bis 62: Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-59: Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Bild 7-60 : Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-60 : Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Bild 7-57 bis 62: Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-61: Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Bild 7-57 bis 62: Montage und Herstellung Ziegeldecke
    Bild 7-62: Montage und Herstellung Ziegeldecke

     

    Tabelle 7-24: Ziegeldecken — Querrippen
    Tabelle 7-24: Ziegeldecken — Querrippen

     

    Abbildung 7-13: Ziegeldecken - Querrippen Schnitt Normal-Querrippe Schnitt Längs-Querrippe
    Abbildung 7-13: Ziegeldecken - Querrippen

     

    Querbewehrung

    Zur Lastverteilung ist eine normgemäße Querbewehrung erforderlich (z. B. Baustahlgittermatte AQ42 mit 1,36 cm2/m, mindestens jedoch 1 cm2/m Längsbewehrung der Matte).

     

    Bild 7-63: Einbau deckengleicher Unterzug in Ziegeldecke
    Bild 7-63: Einbau deckengleicher Unterzug in Ziegeldecke

     

    Abbildung 7-14: Ziegeldecke — Trägereinbindungen
    Abbildung 7-14: Ziegeldecke — Trägereinbindungen

     

    Trägereinbindung

    Bei Deckenöffnungen (Auswechslungen) sind die Deckenträger in den Querträger (Auswechslung) einzubinden.

     

    Abbildung 7-15: Ziegeldecke – Trägereinbindung in Unter- oder Überzüge Stahlbeton-Unterzug Stahlbeton-Überzug
    Abbildung 7-15: Ziegeldecke – Trägereinbindung in Unter- oder Überzüge

     

    Transport

    Vorgefertigte Träger sind durch die integrierte Bewehrung stabil und weitgehend transportunempfindlich. Sollten jedoch beim Transport Träger beschädigt worden sein, dürfen sie nicht verlegt, sondern müssen gegen einwandfreie ausgetauscht werden.

    Montageunterstellung, Deckenträger, Deckenziegel

    Die Deckenträger sind im Regelfall mit einer Überhöhung von etwa 3 mm je Meter Trägerlänge ca. alle 1,5 m vor dem Betonieren zu unterstützen. Zwischen die Träger werden vor dem Betonieren die Deckenziegel eingehängt.

     

    Beispiel 7-17: Ziegeldecken – Verlegen Deckenträger und Einhängeziegel
    Beispiel 7-17: Ziegeldecken – Verlegen Deckenträger und Einhängeziegel

     

    Bild 7-64: Ziegeldecke im Auflagerbereich Mittelmauer
    Bild 7-64: Ziegeldecke im Auflagerbereich Mittelmauer

     

    Betonieren

    Lasten auf der verlegten Decke (z. B. Beton, der mit Schubkarren transportiert wird) sind durch das Auflegen von Pfosten zu verteilen. Vor dem Betonieren der Decke sind die Ziegel gründlich zu reinigen und zu nässen. Die Güte des Betons muss mindestens C16/20 (Körnung 0/16) betragen. Aufbeton muss eine Stärke von mindestens 4 cm haben. Der frische Beton ist durch Auflegen einer Folie oder Ähnlichem vor dem Austrocknen zu schützen.

    Deckenputz

    Ziegeldecken werden im Regelfall mit üblichen Innenputzen verputzt. Der Putz-Untergrund muss trocken, staub- und frostfrei sein. Bei erhöhter Feuchtebelastung (z. B. Stallungen) ist ein Zement-Vorspritz und Kalk-Zement-Putz zu verwenden.

    Benützung

    Die Belastung der Decke darf erst erfolgen, wenn der Beton seine volle Festigkeit erreicht hat. Die Unterstellung darf erst bei ausreichender Betonfestigkeit entfernt werden. Bei Temperaturen unter 5 °C sind entsprechende Schutzmaßnahmen vorzunehmen (z. B. Abdeckungen, Beheizung etc., siehe Winterbaumaßnahmen) oder die Ausschalfristen zu verlängern.

     

    Tabelle 7-25: Unterstellungsfristen gemäß ÖNORM B 4710-1
    Tabelle 7-25: Unterstellungsfristen gemäß ÖNORM B 4710-1

     

    Abtragung höhere Lasten

    Übliche Zwischenwände aus Ziegel bis 10 cm sind im Leichtwandzuschlag enthalten. Höherer Lasten müssen gesondert untersucht und z. B. durch Doppelträger (oder auch Dreifachträger) abgefangen werden (Wände von 12 cm bis 17 cm Wanddicke). Eine Möglichkeit, noch höhere lokale Lasten (z. B. Wände ab 25 cm Wanddicke) abzuleiten, ist die Anordnung von Unter- oder Überzügen. Damit kann ein theoretisches Versagen der Druckzone in der oberen Ziegelschale oder Schubbruch im Platteninneren verlässlich beherrscht werden. Obwohl das System Ziegeldecke grundsätzlich für ruhende Lasten ausgelegt ist, können nach einer entsprechenden Bemessung daher sogar landwirtschaftliche Fahrzeuge (z. B. 8 cm Aufbeton) oder PKW (z. B. 6 cm Aufbeton) diese Decken benützen.

     

    Abbildung 7-16: Ziegeldecken – Abfangung von Wänden in Deckenspannrichtung
    Abbildung 7-16: Ziegeldecken – Abfangung von Wänden in Deckenspannrichtung

     

    Verlegeplan

    In einem Verlegeplan für Ziegeldecken sind die tragenden Auflagerwände mit den dafür notwendigen Abmessungen aus dem Naturmaß oder dem umgesetzten Plan mit den wesentlichen Angaben zur korrekten Verlegung im Maßstab eingezeichnet. Typische Angaben sind die Achsen der Ziegelträger und die Position mit Spannrichtung zwischen den Auflagern, Auswechslungen, allfällig notwendige Querrippen und z. B. Doppelträger. Zusätzlich wird meist eine Positionsliste der notwendigen Träger (mit Längenangabe) und der Einhängeziegel angeführt.

     

    Abbildung 7-17: Ziegeldecke – Verlegeplan  Bild 7-35: Verlegung Deckenziegel für Ziegelmassivdächer und Decke
    Abbildung 7-17: Ziegeldecke – Verlegeplan

     

    Bild 7-35: Verlegung Deckenziegel für Ziegelmassivdächer und Decke
    Bild 7-35: Verlegung Deckenziegel für Ziegelmassivdächer und Decke

     

    Bild 7-36: Verlegung Deckenziegel für Ziegelmassivdächer und Decke
    Bild 7-36: Verlegung Deckenziegel für Ziegelmassivdächer und Decke

     

    Buchcover


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