| Erdbebenskalen |
Erdbebenskalen
Magnitudenskala (Richterskala)
Die Magnitude M ist ein Maß für die Herdenergie, das heißt ein Maß für die
bei einem Erdbeben im Herd in Form elastischer Wellen abgestrahlte Energie. Die Magnitude
wird aus den Seismogrammen berechnet und stellt ein logarithmisches Maß für die am
Erdbebenherd freigesetzte kinematische Energie dar. Es gilt die folgende empirische
Beziehung:
Daraus folgt, dass sich die Herdenergie bei einem Zuwachs der Magnitude um eine Einheit
(z.B. von 5 auf 6) um das zirka 32-fache erhöht.
Aus der Magnitude und der Herdtiefe eines Erdbebens kann man die Auswirkungen des
Erdbebens an der Erdoberfläche, d.h. die Intensität, grob abschätzen. So haben z.B.
zwei Erdbeben gleicher Energie, d.h. mit gleicher Magnitude, aber unterschiedlichen
Herdtiefen, auch unterschiedliche Auswirkungen an der Erdoberfläche und somit auch
unterschiedliche Intensitäten.
Intensitätsskala
Die Erdbebenauswirkungen an der Erdoberfläche werden mit Hilfe der sogenannten
Intensitätsskala bewertet. Die Intensität I eines Bebens ist also ein Maß für die
Wahrnehmung durch den Menschen und für seine Schadenswirkung auf Bauwerke und Landschaft.
In den meisten Ländern, einschließlich Österreich, wird eine 12-stufige
Intensitätsskala verwendet, die auf Mercalli-Sieberg basiert und heute als Europäische
Makroseismische Skala ('EMS-98') bezeichnet wird.
Liegen hinreichend viele, aussagekräftige Erdbeben-Wahrnehmungsberichte vor, so kann
man ihnen Intensitätswerte zuordnen, die so gewonnenen Daten in eine Landkarte eintragen
und schließlich das Epizentrum und die Epizentralintensität Io ermitteln. Als Isoseisten
bezeichnet man die Linien gleicher Erdbebenintensität, die es erlauben, Gebiete
unterschiedlichen Schadens- oder Fühlbarkeitsausmaßes von einander abzugrenzen.
Für österreichische Starkbeben (I
6) gilt bei einer Herdtiefe von zirka 10 km folgender statistischer
Zusammenhang:
Formelauswertung
I0 M 6 4,10 7 4,80 8 5,50
Intensitätsskala (EMS-98) und Zonen mit
Horizontalbeschleunigung ah für Österreich
| EMS Intensität | Definition | Beschreibung der maximalen Wirkungen (stark verkürzt) | Österreich | |
| Zone | ah [m/s²] | |||
| I | nicht fühlbar | Nicht fühlbar. | 0 | |
| II | kaum bemerkbar | Nur sehr vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen. | ||
| III | schwach | Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen fühlen ein leichtes Schwingen oder Erschüttern. | ||
| IV | deutlich | Im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen klappern. | ||
| V | stark | Im Freien von wenigen, in Gebäuden von den meisten Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf oder zu. | ||
| VI | leichte Gebäudeschäden | Viele Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Einige Gegenstände fallen um. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Mauerrisse und das Abfallen von z.B. kleinen Verputzteilen. | ||
| 1 | > 0,35 |
|||
| VII | Gebäudeschäden | Die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Möbel werden verschoben. Gegenstände fallen in großen Mengen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Abfall von Putz, Herabfallen von Schornsteinteilen). Vornehmlich Gebäude in schlechterem Zustand zeigen größere Mauerrisse und Einsturz von Zwischenwänden. | 2 | > 0,50 |
| 3 | > 0,75 |
|||
| VIII | schwere Gebäudeschäden | Viele Personen verlieren das Gleichgewicht. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf; d.h. Giebelteile und Dachgesimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein. | 4 | > 1,0 |
| IX | zerstörend | Allgemeine Panik unter den Betroffenen. Sogar gut gebaute gewöhnliche Bauten zeigen sehr schwere Schäden und teilweisen Einsturz tragender Bauteile. Viele schwächere Bauten stürzen ein. | ||
| X | sehr zerstörend | Viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen. | ||
| XI | verwüstend | Die meisten Bauwerke, selbst einige mit gutem erdbebengerechtem Konstruktionsentwurf und -ausführung, werden zerstört. | ||
| XII | vollständig verwüstend | Nahezu alle Konstruktionen werden zerstört. | ||