| Tragsicherheitsnachweis nach Methode Q |
Tragsicherheitsnachweis nach Methode Q
Seismisch beanspruchte Massen
Die Gesamtlast Ptot,i seismisch beanspruchter Massen im i-ten Geschoß ist wie folgt zu berechnen:
Ptot,i = Gi +
2,i + Qi
mit:
Gi ... ständige Last im i-ten Geschoß
Qi ... veränderliche Last im i-ten Geschoß
Koeffizient
2,i in Abhängigkeit von der
Nutzung
| Veränderliche Einwirkungen | Kombinationsbeiwerte |
| Nutzlasten auf Decken: | |
| - Wohnräume, Aufenthaltsräume, Büroräume einschließlich Nebenräumen, Stiegen und Gängen | 0,30 |
| - Versammlungsräume, Verkaufsräume | 0,60 |
| - Lagerräume | 0,80 |
| - Verkehrs- und Parkflächen für leichte Fahrzeuge: Gesamtlast je Fahrzeug bis 30 kN | 0,60 |
| - Verkehrs- und Parkflächen für Fahrzeuge: Gesamtlast je Fahrzeug über 30 kN bis 60 kN | 0,40 |
| - Verkehrs- und Parkflächen für mittelschwere Fahrzeuge: Gesamtlast je Fahrzeug über 60 kN bis 160 kN | 0,30 |
| Windwirkungen | 0 |
| Schneewirkungen | 0 |
Horizontale Ersatzkräfte für Mauerwerksbauten (Neubauten)
In der Regel wird nur die Horizontalkomponente der äquivalenten statischen Ersatzkraft -
und zwar in der Höhe jeder Geschoßdecke im Massemittelpunkt angreifend - sowohl in der
für die Konstruktion ungünstigsten als auch in der dazu orthogonalen Richtung
berücksichtigt. Unter Annahme einer starren Einspannung an der Basis ergibt sich die auf
das i-te Geschoß einwirkende horizontale Ersatzkraft Eh,i wie folgt:
Eh,i =
* k1 * k2 * k3,i * Ptot,i
mit:
... Erdbebenkoeffizient in Abhängigkeit des Standortes (Erdbebenzone):
= (ah / 9,81)
k1 ... Gründungskoeffizient in Abhängigkeit des Untergrundes:
Art des Untergrundes k1 Gruppe I:
Festgefügtes Gestein (Kalkstein, Sandstein, Schiefer) und Fels (Granit, Basalt, Gneis u. a.)0,90 Gruppe II:
Dichtgelagerte Sedimente (Sand oder Kies, fester Ton, Mergel, verwittertes Gestein)1,00 Gruppe III:
Locker gelagerte Sedimente (Sand, Kies, weicher Ton und Lehm)1,20
k2 ... Reaktionskoeffizient in Abhängigkeit des Untergrundes und der Schwingungsdauer T:
Zur Abschätzung der ersten Eigenfrequenz bestehen gemäß ÖNORM B 4015 zwei Möglichkeiten:1. Möglichkeit:
mit:
bm ... horizontale Abmessung (in m) des größten Bauteils, der die horizontalen Kräfte aufnimmt (gemessen in Schwingungsrichtung)
hges ... Gesamthöhe des Bauwerks (in m) über der Basis/Fundamentoberkante
2. Möglichkeit:
mit
g ... Fallbeschleunigung
wG ... maximale horizontale Formänderung in Richtung der 1. Eigenform unter Ansatz der Gesamtlast Ptot,i
Die Grundschwingungsperiode T ergibt sich:
Reaktionskoeffizient k2 für das Bauwerkverhalten
Art des Untergrundes T1 [s] T2 [s] 0
Gruppe I: 0,10 0,40 2,50 Gruppe II: 0,15 0,60 2,50 Gruppe III: 0,20 0,80 2,50
Für Mauerwerk ergibt sich mit dem Faktor für die Bauwerksdämpfung= 0,91 und mit dem Duktilitätskoeffizienten k5 = 1,5 der Reaktionskoeffizient k2 zu:
für T T1:
für T1 <T < T2: für T T2:
k3,i ... Koeffizient der vertikalen Verteilung, der sich errechnet:
mit
hi ... Höhe des i-ten Geschoßes vom Fundament/Basis
hj ... Höhe des j-ten Geschoßes vom Fundament/Basis
Ptot,j ... seismisch beanspruchte Masse im j-ten Geschoß
zum Beispiel für das 3. Geschoß: