| Baubiologie |
Baubiologie
Der Begriff Baubiologie war vor 20 Jahren ziemlich unbekannt und wurde anfangs auch nicht
ernstgenommen. Er gewann aber in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und ist aus dem
modernen Baugeschehen nicht mehr wegzudenken. Ein ansehnlicher Teil der österreichischen
Bevölkerung ist am biologischen Bauen besonders interessiert. Es erscheint daher
angebracht, diesem Thema größere Aufmerksamkeit zu widmen.
Was ist "Baubiologie" ?
Im allgemeinen die Lehre von der Wechselwirkung zwischen einem Bauwerk und dem
Menschen, vor allem in gesundheitlicher Hinsicht, wobei sowohl physische als auch
psychische Aspekte zu beachten sind. Körperlich wirken sich z.B. toxische Substanzen aus,
die leider in den letzten Jahren zunehmend in neueren, synthetisch hergestellten Produkten
vorkommen, während in gefühlsmäßiger Hinsicht z.B. Licht und Farben wirksam werden.
Auch
Dinge, die man nicht unmittelbar wahrnimmt, wirken auf den Menschen ein. Hier ist der
Ansatzpunkt für verschiedene Angriffe, die gegen Baubiologen vorgebracht werden, zu
finden. Z.B. wird das Orten unterirdischer Verwerfungen oder Wasseradern mittels
Wünschelrute vielfach als suspekt angesehen, weil die Fähigkeit hiezu noch nicht
zweifelsfrei durch wissenschaftliche Untersuchungsmethoden nachvollzogen werden kann.
Trotzdem kann man nicht behaupten, dass es Dinge, die auf uns einwirken, nicht gibt, nur weil man sie weder sieht, hört, riecht oder fühlt; z.B. war Radioaktivität schon immer vorhanden, obwohl sie wissenschaftlich erst im vergangenen Jahrhundert entdeckt wurde. Erst jetzt, wo man nicht nur die Intensität der Strahlenbelastung genau messen, sondern auch eine Aufschlüsselung nach Art der Strahlen vornehmen kann, erkennt man, wie wichtig eine wissenschaftliche Behandlung dieses Themas ist. Man kann deshalb annehmen, dass der Baubiologie schon bald die Bedeutung zukommt, die jedem anderen Wissenschaftszweig beigemessen wird.
Standortfrage
Es ist nicht egal, ob man am Berg oder im Tal baut, freistehend oder im verbauten
Gebiet, in windgeschützter oder windausgesetzter Lage, auf trockenem oder nassem
Untergrund und ob auf das Bauwerk Strahlen einwirken oder nicht. Für die Gesundheit ist
der Einfluß des Sonnenlichtes besonders wichtig, weshalb der Orientierung des Gebäudes
nach der Himmelsrichtung große Bedeutung zukommt.
Bauform und Gestaltung
Es besteht ein Unterschied, ob man in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus oder gar in
einem Hochhaus wohnt. So ist z.B. bekannt, dass Menschen, die in den obersten Stockwerken
von Hochhäusern leben, wesentlich krankheitsanfälliger sind als solche in den unteren
Etagen, obwohl man noch nicht genau weiß, worauf dies zurückzuführen ist.
Baustoffe
Eine wesentliche Voraussetzung für ein gesundes Wohnen ist, ob natürliche
oder künstliche Baustoffe verwendet werden. Kunststoffe können Gase abgeben, die
auch in geringer Konzentration gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. So kommen z.B.
Formaldehyd, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Fungizide, Phenol, Styrol und lungengängige
Fasern in Spanplatten, Schäumen, Farben, Klebern, Imprägnierungsmitteln, Beschichtungen
und Dämmstoffen vor. Man denke nur an Lacke und Holzschutzmittel, denen solche
Schadstoffe beigesetzt sind, die zwar Holzschädlinge vom Bauwerk abhalten, aber auf Dauer
die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Viele Allergien sind nach Meinung von
Ärzten auf bestimmte Zusätze in Baustoffen zurückzuführen. Diesbezüglich gibt es bei
Ziegeln erwiesenermaßen keine Probleme.
Bauphysik
Mangelnder Wärmeschutz kann im Winter zur
Durchfeuchtung von Bauteilen und bei ungenügender Raumlüftung zu Schimmelbildung und
letztendlich zu Gesundheitsschäden führen.Im Sommer macht sich zu geringer Wärmeschutz
und unzureichende Wärmespeicherung von Außenbauteilen durch überhöhte
Innentemperaturen (Barackenklima bei Leichtbauten) und damit verbundene Unbehaglichkeit
bemerkbar. Klimaanlagen können zwar die Raumtemperatur senken, begünstigen aber die
Verbreitung von Bakterien und sind daher gesundheitlich problematisch.

Vielen Menschen ist auch die bei der Kühlung von Räumen auftretende Zugluft nicht zuträglich, die Ursachen für daraus resultierende Leiden werden aber oft nicht gleich erkannt.
Ungenügender Schallschutz führt besonders in dicht verbauten Gebieten, bei stärkerem Verkehrslärm und in großen Wohnblocks zu unerträglichen Belastungen in psychischer Hinsicht.
Unzureichender Feuchtigkeitsschutz verursacht Bauschäden, während mangelnder Brandschutz ein ständiges Risiko darstellt. Werden zur Verbesserung der Wärmedämmung Schaumstoffe verwendet, erhöht sich im Brandfall die Gefahr, denn erfahrungsgemäß kommen mehr Personen durch giftige Rauchgase ums Leben als durch den Brand selbst.
Bauhygiene und Raumlüftung
Die Luftfeuchtigkeit soll aus hygienischer Sicht zwischen 40 % und 70 %
liegen. Zu trockene oder zu feuchte Luft kann nachteilige Folgen für die Gesundheit
haben. Es ist deshalb auf ausreichende Lüftung zu achten! Die Raumluft sollte mindestens
alle zwei Stunden erneuert werden. Übertriebene Dichtungsmaßnahmen bei Fenstern zur
Verminderung des Wärmeverlustes sind daher dann nicht sinnvoll, wenn nicht gleichzeitig
gezielte Lüftungsmaßnahmen gesetzt werden.
Ungenügender Luftwechsel führt aber auch zu einer erhöhten Belastung der Raumluft durch Fremdstoffe wie z.B. Radon. Dieses entsteht durch natürlichen Zerfall von Radium, das in geringen Mengen in allen Baumaterialien und im Erdreich enthalten ist.

Elektrische Felder
Man unterscheidet natürliche und künstliche elektrische Felder.
Der Mensch ist den Einflüssen natürlicher Felder seit jeher ausgesetzt, wobei
elektrostatische Felder durch jeden Baustoff abgeschirmt werden. Hingegen werden
elektromagnetische Felder durch gitterförmige Bewehrungen abgeschwächt.
Bei den künstlichen Feldern der Elektroinstallation lässt sich durch die Verwendung von speziellen Stromstoßschaltern oder Netzfreischaltern eine gewisse Abhilfe schaffen. Abzuraten ist davor, Wohnbauten unter oder in der Nähe von Hochspannungsleitungen bzw. Trafostationen zu errichten.
Heizung
Der Heizungsinstallation wird von Baubiologen besondere Bedeutung zugemessen. Sie
bevorzugen vor allem jede Art von Strahlungsheizung wie z.B. den guten alten Kachelofen.
Auch die schon von den Römern entwickelte Hypokaustenheizung, bei der die
raumseitigen Oberflächen von Wänden und Fußböden über Warmluftkanäle erwärmt
werden, wird wieder verwendet. Empfehlenswert sind auch Sockelheizungen entlang der
Außen- und Innenwände. Sie erhöhen die innere Wandoberflächentemperatur und schaffen
bei gleichem Heizaufwand eine größere Wohnbehaglichkeit, weil die Differenz zur
Raumlufttemperatur geringer wird.

Ganz allgemein kann gesagt werden, dass jede Heizung, bei der die Wärme vorwiegend durch Strahlung an die Umgebung abgegeben wird, behaglich ist. Hingegen bewirkt eine Konvektionsheizung (Radiatoren), bei der vorwiegend die Luft aufgeheizt wird, stärkere Zirkulation und Staubmitführung.
Raumgestaltung
Die Innenausgestaltung eines Raumes trägt wesentlich zum Behaglichkeitsempfinden des
Menschen bei. Hiezu gehört sowohl die Verkleidung von Wänden, Decken und Fußböden als
auch die Farbgestaltung. Blaue Farbtöne vermitteln z.B. den Eindruck von Kühle,
rötliche Töne von Wärme. Holz oder Ziegel wirken anheimelnder als
Kunststoffverkleidungen. Kunststoffe lassen sich zwar leicht reinigen und pflegen, sind
aber vielfach weder so unverwüstlich noch so bedenkenlos wie behauptet wird.
Zur Zeit gibt es im Bauwesen eine Vielzahl verschiedener Materialien bzw. Chemikalien, wovon bisher nur ein verschwindend kleiner Teil daraufhin untersucht worden ist, ob diese Krankheiten auslösen können. Allein der Umstand, dass einige Baustoffe Bestandteile aufweisen, die als krebserregend eingestuft werden, zwingt zu erhöhter Vorsicht.

Konsequenzen in baubiologischer Hinsicht
Die baubiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre kann nur der als Scharlatanerie
ablehen, der sich mit der "Lehre" der Baubiologie bisher noch nicht ausreichend
auseinandergesetzt hat oder aus Geschäftsinteresse davon nichts wissen will, weil er ein
Produkt entwickelt, erzeugt oder vertreibt, das in gesundheitlicher Hinsicht bedenklich
ist. Wer Produkte beim Wohnbau verwendet, die eine gesundheitsschädliche
Beeinträchtigung der Bewohner nach sich ziehen, handelt grob fahrlässig. Die Forderung
der Baubiologen nach Verwendung natürlicher Baustoffe ist also mehr als
berechtigt.
Die
Ziegelindustrie kann darauf verweisen, dass die von ihr erzeugten Produkte geradezu in
idealer Weise allen Anforderungen der Baubiologen entsprechen. Keramische Ziegel
schaffen keinerlei Probleme bei der Verarbeitung, entsprechen allen bauphysikalischen
Anforderungen hinsichtlich Wärme-, Schall-, Feuchtigkeits- und Brandschutz, sind darüber
hinaus diffusionsoffen, geben keine giftigen Dämpfe ab, sind fäulnis- und
verrottungssicher und selbst beim Abbruch von Gebäuden nicht umweltbelastend, weil sie
weitgehend wieder verwendet werden können. Die Summe dieser Eigenschaften sowie die
jahrhundertelange positive Erfahrung mit gebranntem Ton machen den Ziegel auch in
baubiologischer Hinsicht zum idealen Baustoff.
Prüfzeichen:
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Ein Ansatz für Bestrebungen die Labelvielfalt einzudämmen und ein internationales Prüfzeichen zu schaffen, hat zu natureplus geführt. Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände aus nachwachsenden und ausreichend verfügbaren mineralischen Rohstoffen werden von namhaften Institutionen einer strengen Zertifizierung unterzogen.
Nähere Hinweise zum natureplus®-Qualitätszeichen, zum Leitbild und den Zielen, zu den Kriterien, Prodikten und weitere Hinweise unter – (www.natureplus.org )
In Österreich haben derzeit 2 Ziegelhersteller die natureplus-Zertifizierung. Es sind dies
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