Anschluß von nichttragenden Trennwänden

Für die Ausführung der nichttragenden Wänden siehe auch Wandsysteme - nichttragende Wände

Die nichttragenden Innenwände sollten erst nach Fertigstellung des Rohbaus eingebaut werden, da zu diesem Zeitpunkt bereits ein großer Teil der Verformungen der tragenden Konstruktion abgeklungen ist.

Es ist ausreichend elastischer Mauermörtel zu verwenden, d.h. nicht fester als statisch erforderlich, vorzugsweise Mörtelgruppe M 5. Die obere Anschlußfuge sollte erst kurz vor oder bei Putzauftrag geschlossen werden.

Trennwände erhalten ihre Standsicherheit erst durch geeignete Verbindung mit den angrenzenden Bauteilen.

Die Verbindungen müssen den Einfluß, den die Formänderungen angrenzender Bauteile auf die Trennwände haben können, berücksichtigen. Neben einer Begrenzung der Schlankheit zur Verringerung der Formänderungen sind gleitende Anschlüsse (siehe Bild "Beispiele für gleitenden Anschluß") zu empfehlen.

Werden innere Trennwände nicht bis unter die Decke geführt – z.B. bei durchlaufenden Fensterbändern – so können sie als ausreichend gehalten angesehen werden, wenn die Wandkronen durch durchlaufende Aussteifungsriegel, z.B. aus Stahlbeton oder Stahlprofilen, gehalten werden. Raumhohe Zargen und Stiele gelten bei entsprechender Ausbildung als seitliche Halterung.


Starrer Anschluß

Starre seitliche Anschlüsse bleiben im Regelfall auf den Wohnungsbau (Wandlängen 5,0 m) beschränkt. Als starrer Anschluß kann auch ein Deckenanschluß mit eingelegten Dämmstreifen mit hoher Steifigkeit bezeichnet werden. Zum Beispiel nimmt Polystyrol bei Deckendurchbiegungen geringe Verformungen auf und leitet daher einen entsprechenden Anteil der Auflast weiter.


Beispiele für starren Anschluß

Anschluß durch Nut Anschluß mit Ankern
Anschluß durch Einputzen
(nur im Einbaubereich I)
Putzdicke 10 mm
Wandanschluß mit Verzahnung

Starre Anschlüsse werden durch Verzahnung oder durch Ausfüllen mit Mörtel oder durch gleichwertige Maßnahmen – Anker, Dübel oder einbindende Stahleinlagen – hergestellt. Sie können für Wände verwendet werden, bei denen keine oder nur geringe Zwängungskräfte aus den angrenzenden Bauteilen auf die Wand zu erwarten sind.


Gleitender Anschluß

Gleitende Anschlüsse sind insbesondere dann anzuwenden, wenn durch Verformungen der angrenzenden Bauteile mit unplanmäßigen Krafteinleitungen in die nichttragenden Trennwände zu rechnen ist. Gleitende Anschlüsse werden durch Anordnung von Profilen und Nuten, eventuell bei gleichzeitigem Einlegen einer Gleitfolie hergestellt.

Die Fuge sollte zusätzlich zur Verbesserung des Schall- und Brandschutzes mit Mineralwolle ausgefüllt werden. Die Profiltiefe muss so gewählt werden, dass auch bei einer Verformung der angrenzenden Bauteile eine seitliche Halterung sichergestellt ist.


Beispiele für gleitenden Anschluß

gleitender Deckenanschluß gleitender Wandanschluß


Fußpunkt

Bei Decken mit schwimmendem Estrich wird die nichttragende Trennwand direkt auf die Rohdecke aufgesetzt. Bei großen Spannweiten empfiehlt es sich, am Fußpunkt eine Trennlage vorzusehen, um einen Abriß der unteren Ziegelscharen aus Deckendurchbiegungen zu verhindern. Aus Schallschutzgründen werden häufig leichte Zwischenwände auf eine elastische Zwischenlage (Dämmstreifen) gestellt. Bei Verbundestrich kann die nichttragende Trennwand auf den Estrich aufgesetzt werden.


Beispiele für Fußpunktausführung

Verbundestrich schwimmender Estrich

Anschluß von nichttragenden Trennwänden