Korrosionsschutz

Korrosionsschutz
Es ist festzustellen, dass blanker Stahl, der in Fugen aus Zementmörtel eingelegt wird, nur dann gegen Korrosion geschützt ist, wenn in der Umgebung des Stahls ein gewisses Maß an Feuchtigkeit nicht überschritten wird. Mit Sicherheit kann daher angenommen werden, dass bei Innenwänden von trockenen Räumen, in denen die relative Luftfeuchtigkeit den Wert von 70 bis 75 % nicht übersteigt, auch bei karbonatisierter Mörtelfuge keine Korrosionsgefahr auftritt. Umgekehrt werden diejenigen Bereiche von Außenwänden, die dem Schlagregen oder sonstiger Durchfeuchtung unmittelbar ausgesetzt sind, auch bei Verwendung von Zementmörtel keinen dauerhaften Schutz gegen Korrosion der Stahleinlagen bieten.

Inwieweit bevorzugte Bereiche von Außenwänden so trocken sind, dass die Einlage von blankem Stahl keine Gefahr darstellt, ist zur Zeit noch ungeklärt. So wäre denkbar, dass die Innenschalen von zweischaligen Wänden oder die innere Hälfte von verputzten, dicken, einschaligen Außenwänden oder – durch große Dachüberstände – geschützte Wandbereiche sich günstiger verhalten als die dem Schlagregen unmittelbar ausgesetzten Wandbereiche. Genauere Erkenntnisse liegen aber noch nicht vor. Zu berücksichtigen ist hierbei auch die Möglichkeit von Kältebrücken, die bekanntlich zu erhöhter Feuchtigkeit im Mauerwerk führen können. Schimmelbildung in schlecht gelüfteten Räumen ist ein deutliches Anzeichen dafür. Will man also bevorzugte Bereiche von Außenwänden für die Einlage von blankem, ungeschütztem Stahl nutzen, so ist nachzuweisen, dass in ihnen keine ungünstigeren Verhältnisse als in Innenwänden von trockenen Räumen herrschen. Im Zweifelsfall sind Zusatzmaßnahmen, z.B. Verzinken oder Beschichten, erforderlich.

Korrosionsschutz durch Verzinken der Bewehrung
Die Bewehrung kann durch einen Überzug aus Zink wirksam gegen Korrosion geschützt werden. Die erforderliche Schichtdicke der Verzinkung hängt von der Art der Beanspruchung ab. Zur Zeit sind noch keine Schichtdicken für Stahleinlagen in bewehrtem Mauerwerk festgelegt. Einen Anhalt geben die entsprechenden Vorschriften für Stahlbauteile. In ausländischen Norm-Entwürfen sind Schichtdicken von 65 bis 135 µm, d.h. 460 bis 940 g/m2 vorgesehen.

Korrosionsschutz durch Beschichten der Bewehrung
Die Bewehrung kann grundsätzlich auch durch geeignete Beschichtung mit nichtmetallischen Stoffen vor Korrosion geschützt werden. Auf Baustellen ist besonders darauf zu achten, dass die Beschichtung nicht beschädigt wird. Sie darf deshalb nicht zu spröde sein. Andererseits muss die Verbundwirkung zwischen Stahl und Mörtel über die Beschichtung hinweg erhalten bleiben.

Angeboten werden zur Zeit Stähle mit PVC- und Epoxidharz-Beschichtungen, mit denen im Ausland bereits positive Erfahrungen gesammelt wurden.

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