Arbeiten im Freien

Baustofflagerung
Baustoffe müssen entweder unter Schutzdächern oder in möglichst hoch und dicht angeordneten Stapeln, die mit Planen oder Folien abgedeckt werden (folienverpackte Ziegel vom Werk), trocken auf entsprechende Unterleger gelagert werden. Sand- und Kiesmaterial soll möglichst kurz vor der Verarbeitung angeliefert und mit Wärmeschutzfolien abgedeckt werden.


Mörtel- und Betonzubereitung
Auf Baustellen werden heutzutage vielfach Fertigmörtel oder Transportbeton (Warmbeton) verwendet. Ist dies nicht der Fall, soll bei Baustellenmörtel oder Baustellenbeton das Anmachwasser durch Zusatz von Verflüssigern reduziert und möglichst Zement mit höherer Güteklasse (CEM 42,5 R oder CEM 52,5 N, CEM 52,5 R) verwendet werden. Frostschutzmittel sollen der ÖNORM EN 934-2 entsprechen und nur mit der vom Hersteller angegebenen Dosierung zugegeben werden. Bei Vorhandensein von Stahl- oder Eisenteilen dürfen nur chloridfreie Frostschutzmittel verwendet werden.

Bei leichtem Frost (Lufttemperatur bis ca. -3°C) genügt es meist, das Anmachwasser oder Sand und Kies zu erwärmen. Bei anhaltendem Frost (Lufttemperatur bis ca. -10°C) müssen in der Regel Anmachwasser und Zuschlagstoffe erwärmt werden, gegebenenfalls Frostschutzmittel Verwendung finden.

Das Anmachwasser wird in transportablen Warmwasserbereitern bis max. 60°C erwärmt. Der Grad der Erwärmung hängt von der Temperatur der Zuschlagstoffe ab.

Temperaturanstieg des Frischbetons in Abhängigkeit von Wasser- und Zuschlagsstoff-Temperatur

TZuschlag: 5°C
TWasser: 60°C
T = TWasser -TZuschlag = 55°C
Wasserzugabe 140 Liter/m3
TFrischbeton: 5° + 12,5° = 17,5°C


Über 60°C erhitztes Wasser muss mit den Zuschlagstoffen vermischt werden, bevor es mit dem Zement in Berührung kommt.

Sand und Kies werden mittels Dampflanzen, Gas- oder Ölbrennern aufgetaut bzw. erwärmt.

Ein altbewährtes Mittel zum Erwärmen des Mörtels ist die Beigabe von gemahlenem ungelöschten Kalk (bis 1 % der Mörtelmenge).


Maurer- und Betonarbeiten
Ziegel eignen sich infolge ihrer hohen Saugfähigkeit für Winterbauarbeiten besonders gut. Grundsätzlich darf an gefrorene oder vereiste Bauteile und Schalungen nicht angearbeitet werden. Diese müssen vorher mit Heißluft, Dampf oder warmem Wasser aufgetaut werden. Vom Frost bereits geschädigte Bauteile müssen entfernt werden. Beton darf erst dem Frost ausgesetzt werden, wenn er eine Druckfestigkeit von ca. 5 N/mm2 erreicht hat. Bis dahin muss er auf einer Temperatur von mind. +5°C gehalten werden. Im allgemeinen ist dies je nach Betonfestigkeitsklasse und Lufttemperatur bei Einhaltung folgender Fristen der Fall:

Zement W/Z Wert entspricht etwa
Betonfestig-
keitsklasse
Betonerhärtung bei Lufttemperatur
+ 5°C +20°C
vor Frost mindestens schützen
CEM 32,5 N oder R 0,50 C 25/30 3-4 Tage 2 Tage
CEM 32,5 N oder R 0,70 C 16/20 4-6 Tage 2 Tage
CEM 42,5 N oder R 0,50 C 30/37 2 Tage 1 Tag
CEM 42,5 N oder R 0,70 C 25/30 3-4 Tage 1 Tag

Durchtränkung des Betons mit Wasser muss noch während weiterer ein bis zwei Wochen vermieden werden. Bauteile sind vor häufigem Frost-Tau-Wechsel zu schützen und zusätzlich mit Wärmeschutzfolien abzudecken.

Bei Temperaturen unter -10°C genügen diese Maßnahmen nicht. Die Bauteile sind mit Schutzwänden zu umgeben und mit Heizgeräten oder mit Infrarotstrahlern auf einer Temperatur von +5°C zu halten.


Ausschalfristen
Beton hat die zum Entfernen der Unterstellungen erforderliche Festigkeit näherungsweise erreicht, wenn

(Ti + 10) 600 für CEM I 32,5 N oder R
(Ti + 10) 500 für CEM I 42,5 N oder R

Ti = mittlere Tagestemperatur (Mittel aus der höchsten und der niedrigsten, innerhalb von 24 Stunden im Schatten gemessenen Lufttemperatur in Bauwerksnähe)

Das heißt: Es ist tageweise die um 10°C erhöhte mittlere Tagestemperatur zu summieren, bis der jeweilige Grenzwert (600 oder 500) erreicht ist.

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