Konstruktionsprinzip von mehrschaligen Außenwänden

Konstruktionsprinzip
Als Zweischalenmauerwerk werden Außenwandkonstruktionen bezeichnet, die aus zwei Mauerschalen und einer wärmedämmenden Zwischenschicht bestehen. Jede der drei Schichten übernimmt einen ganz spezifischen Teil der Anforderungen, die an eine Außenwand gestellt werden. Im koordinierten Zusammenwirken ergibt sich die Summe der guten Eigenschaften des Ziegelzweischalenmauerwerks.

Für die bautechnische Realisierung dieses Konstruktionsprinzips gibt es aber nicht nur eine einzige Lösung, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die Wand mit oder ohne Hinterlüftung der Dämmung ausgebildet wird.


Innenschale
Der inneren Ziegelschale sind in erster Linie die Tragfunktionen zugeordnet (Mauerwerksnorm ÖNORM B 3350). Sie ist durch die Außenschale vor Witterungseinflüssen geschützt und nur sehr geringen Temperaturdifferenzen ausgesetzt.

Die Innenschale ist außerdem maßgebend an der Erzielung und Erhaltung des behaglichen und ausgeglichenen Wohnklimas beteiligt, das Ziegelkonstruktionen auszeichnet. Neben der guten Dämmfähigkeit gegen Schall sind dafür vor allem die große Wärmespeicherfähigkeit sowie die für den Feuchtehaushalt maßgebende Kapillarität des gebrannten Tonmaterials von großer Bedeutung. Es empfiehlt sich deshalb, die innere Schale in einer Dicke von mindestens 25 cm mit schalltechnisch günstigen Hochlochziegeln auszuführen (Mindestdicke für tragendes Mauerwerk 17 cm) und mit KZ-Mörtel zu vermauern.


Wärmedämmschicht
Die Zwischenschicht hat den Hauptteil der Wärmedämmung zu übernehmen. Als Dämmaterial werden vorzugsweise standfeste Platten verwendet; es haben sich vor allem Mineralfaserplatten (Glasfasern oder Steinwolle) bewährt. Außerdem sind eine Vielzahl von anderen Dämmstoffen möglich (Platten, Matten oder Schüttgut), wobei der Feuchtigkeitsaufnahme, Verrottungsicherheit und Setzungsgefahr besondere Beachtung geschenkt werden muss.


Außenschale
Die äußere Mauerschale dient in erster Linie als Schutzschicht gegen die Witterungseinflüsse und liefert einen Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz. Sie hat dem Schlagregen sowie dem Winddruck und Windsog zu widerstehen.

Darüberhinaus ist die Außenschale zum Teil beträchtlichen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Auf Grund langjähriger Erfahrung empfiehlt es sich, die Dicke der Außenschale mit 12 cm zu wählen und einen Kalkzement-Mauermörtel zu verwenden, der eine ausreichende Mauerwerksbiegezugfestigkeit gewährleistet. Bei Zweischalenmauerwerk mit Hinterlüftung ist auch die Verwendung von 10 cm dicken Hochlochziegeln möglich.

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