Verarbeitungsregeln Sichtmauerwerk

Sicht- und Klinkerziegel müssen während der Lagerung gegen Witterungseinflüsse, Beschädigungen und Verschmutzung geschützt werden. Auch eine geringfügige Aufnahme von Bodenfeuchtigkeit durch unsachgemäße Lagerung auf der Baustelle kann zu Ausblühungen führen (siehe auch Ausblühungen).

Mauermörtel
Um eine möglichst lückenlose und dauerhafte Verbindung im Wandgefüge zu erzielen, müssen die Ziegel mit einem genügend plastischen Mörtel verarbeitet werden.

Fertig-Mauermörtel (ÖNORM B 3341) sind allen auf der Baustelle gemischten Mörteln vorzuziehen. Die fabriksmäßig hergestellten Mauermörtel sind für die Verarbeitung von Sichtziegeln optimal abgestimmt. Sie sind nach den Angaben des Herstellers zu verarbeiten.

Fertigmauermörtel gibt es als Silo- und Sackware.

Fugenausbildung
Die Fugendicke wird meist von architektonischen Gesichtspunkten (Ziegelformat, Verband, Größe und Fläche usw.) bestimmt. Bei lastabtragendem Mauerwerk muss bei mehrgeschossigen Bauten aber auch die Festigkeit berücksichtigt werden.

Bei der Mauerwerksherstellung mit Fertig-Mauermörtel erfolgt das Aufmauern und Verfugen in einem Arbeitsgang. Dabei wird beim Mauern der Mörtel besonders satt aufgebracht. Der beim Einrichten des Ziegels aus den Fugen tretende Mörtel wird zunächst mit der Kelle abgeschnitten. Nach dem "Anziehen" des Mörtels wird die Fuge mit einem entsprechend dicken Stück Schlauch abgezogen und dadurch geglättet.

Nach dem Anziehen der Vermörtelung und dem Fugenglattstrich (am besten mit einem Stück 3/4"-Schlauch), ist ein perfektes Ergebnis gewährleistet. Eine optisch und bauphysikalisch einwandfreie Fuge mit leichter Kehle. In kurzer Zeit resistent gegenüber allen normal auftretenden Witterungseinflüssen.

Meist wird eine linsenförmige Form (1) angestrebt, aber auch eine keilförmige Ausbildung (2) wird manchmal ausgeführt. Bei Außenmauerwerk soll die Fuge keinesfalls so hergestellt werden, dass auf der horizontalen Ziegelfläche das Wasser stehen kann (3). Bei Innenwänden ist diese Ausführung aber durchaus möglich.

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