Ziegel-Vorzeigeprojekte: Projekt "Telfs-Puite" der WE/Innsbruck

wei Passivhaus-Wohnhäuser der Wohnbaugesellschaft WE, Telfs/Puite, Tirol 
Projekt: Wohnanlage Telfs-Puite II, Haus A und B (WE), insgesamt 36 Wohneinheiten
Kategorie: Massivbau, -Zweischalenmauerwerk
Allgemeines - Kurzinfo: In Telfs - der drittgrößten Gemeinde Tirols - entstand im Ortsteil Puite eine Verbauung mit ca. 300 Wohneinheiten. In drei Stufen wurden/werden Wohnungen und Infrastruktureinrichtungen von mehreren Bauträgern errichtet. Gemeinsam mit dem großen Tiroler Bauträger „Wohnungseigentum" aus Innsbruck wurde in der zweiten Stufe ein Ziegeldemonstrationsprojekt, bestehend aus zwei Baukörpern mit 36 Wohneinheiten unter unserer Beteiligung errichtet. Es handelt sich um Passivhäuser in Ziegel-Zweischalenmauerwerksbauweise. Im Sinne eines gesamtheitlichen Konzeptes spielen auch „Randthemen", wie Feng-Shui, Farbgebung und Elektrobiologie eine Rolle.

 

  

 

Bau- und Ausstattungs-
Beschreibung:
Die Wohnanlage besteht aus zwei 4-geschossigen Gebäudekomplexen, Haus A und B, in denen sich insgesamt 36 (Haus A: 16 + Haus B: 20) Wohnungen zwischen 61 und 91 m² Nutzfläche befinden. Alle Wohnungen verfügen über großzügige Freiraumbereiche (Balkone bzw. im EG Terrassen). Die beiden Gebäude sind als Passivhäuser mit kontrollierter Wohnraumlüftung konzipiert und werden hochwärmegedämmt ausgeführt (Außenwände: zweischaliges Ziegelmauerwerk mit Kerndämmung). Das Projekt wird vom Bauträger „Wohnungseigentum“ aus Innsbruck als ein Ziegeldemonstrationsprojekt unter Beteiligung des VÖZ (Verband Österreichischer Ziegelwerke) errichtet. Es ist Teil eines übergeordneten Stadterweiterungskonzepts von Telfs im Ortsteil Puite. Als Verbindung zwischen zwei bestehenden Ortsteilen Sagl und St. Georgen soll in drei Ausbaustufen ein neuer Ortsteil mit ca. 300 Wohneinheiten inklusive aller erforderlichen Infrastruktureinrichtungen  entstehen. Gemeinsam mit den Wohnanlagen wird auch ein neues Zentrum mit Dorfplatz und Kirche, Kindergarten, Volksschule, Supermarkt, Jugendzentrum und Café konzipiert. Im Nordwesten ist ein Staubecken vorgesehen, von dem aus ein Bach durch die neue Wohnbebauung hindurchfließt, der in einem Biotop im Bereich der Kirche einmündet. Das Bachufer ist als Erholungsraum vorgesehen. Puite liegt im Osten von Telfs am Hangfuß vom Birkenberg in sonnigerLage, gut erreichbar von der Autobahn, direkt an der Bundesstraße nach Seefeld gelegen. Die Gebäude weisen in nahezu allen wohnkomfort-relevanten Kriterien eine hohe Bewertung auf. Dies betrifft sowohl die Tageslichtversorgung als auch die thermische Behaglichkeit. Außenjalousien, die Beschattung durch Dachgeschoss- bzw. Balkonkanten und die speicherwirksamen Massen durch die Massivbauweise garantieren angenehmes Innenraumklima im Sommer, Behaglichkeit im Winter ist durch die ausgezeichnete Wärmedämmung der Außenkonstruktionen (2-Schalenziegelmauerwerk mit Kerndämmung, passivhaustaugliche Verglasungen) garantiert. Bei der Ausführung des Schallschutzes wurde Augenmerk auf hohen Standard gelegt. Die Umbaumöglichkeit von Wohneinheiten (Zusammenlegung von Tops, Umbau zu behindertengerechten Wohneinheiten, Umwidmung in Büros) wurde geprüft und die entsprechenden Maßnahmen im Detail beschrieben. Gemeinschaftseinrichtungen: Kinderspielplatz, 2 Kinderwagen-/Fahrradabstellräume, Kabel-TV-Anlage, SAT-Anlage, in Wohn- und Schlafräumen Verrohrung inkl. Verkabelung für ev. Internetanschluss. Die Tiefgarage im 2.Kellergeschoß, die beide Häuser unterirdisch miteinander verbindet, bietet 52 Stellplätze, darüber hinaus sind 3 oberirdische Parkplätze im Außenbereich vorgesehen (insgesamt gibt es 3 behindertengerechte Parkplätze).
Außenwand-Konstruktion: Ziegel-Zweischalenmauerwerk
1,5 cm Innenputz + 25 cm HLZ Ziegel-Innenschale (Objektziegel) + 20 (22) cm Mineralwolle (Kerndämmung) + 12 cm HLZ Ziegel-Außenschale + Außenputz 2,5 cm
Wanddicke: 57 (59) cm + Putz
Innenwände Ziegelinnenwände 17 cm und 12 cm
Wohnungstrennwände: Verfüllziegel 25 cm
U-Werte:

Außenwand:

U=0,155 (0,143) W/m²K

Decke OG/DG:

U=0,125 W/m²K

Kellerdecke (zu gedämmtem Keller):

U=0,193 W/m²K

Kellerdecke (zu geschlossenen Tiefgaragen)

U=0,133 (0,125) W/m²K

Fenster:

U=0,75 W/m²K

Energiekennwert: 14,37 kWh/m²a; Heizwärmebedarf pro m² beheizte BGF und Jahr (Bedarfsberechnung)
Charakteristische Länge: 2,37 (Haustyp A) bzw. 2,29 m (Haustyp B);
(A/V = 0,42 m-1 bzw. 0,44 m-1)
Beheizte
Bruttogrundfläche:
3.680,84 m²
Schallschutz: Nicht transparente Außenbauteile: ca. 52 dB
Bewertetes Schalldämmmaß RW in Abhängigkeit v. Außenschallpegel LA,eq bei Tag
Behaglichkeit Sommerbetrieb: Planungsziel Lufttemperatur <= 26°C erreicht (ÖNORM B 8110-3)

Berechnung gemäß ÖN B 8110-3 Kategorie 1: Immissionsflächenbezogene speicherwirksame Masse > 5000 kg/m² über Grenzwert: 36 Tops
Kosten: Im Rahmen der förderbaren Kosten der Wohnbauförderung Tirol
Förderungen: Geförderte Mietwohnungen, Passivhausförderung, Solarförderung
Kontrollierte Wohnraumlüftung / Heizung: Jedes Objekt erhält eine eigene Lüftungszentrale mit jeweiligem Erdkollektor für die Zuluftvorerwärmung. Die Luftnacherwärmung erfolgt über Gasbrennwert-Geräte. Neben der kontrollierten Wohnraum-Be- und Entlüftung sind alle Aufenthaltsräume der Wohnungen über Fenster natürlich belüftbar. Die kontrollierte Wohnraum-Be- und Entlüftung ist mit Wärmerückgewinnung ausgestattet (Rückwärmezahl: 80%). Die Außenluft wird für jeweils für ein Gebäude gemeinsam über mehrere Wetterschutzgitter mit Grob- und Feinfilter (Insektenschutz und F7) in ausreichender Höhe angesaugt. Sie wird in unterirdisch verlaufende Luftkollektorrohre geführt, die in frostfreier Tiefe verlegt sind. Aus diesem Erdreichwärmetauscher gelangt die vorerwärmte Luft zu den Wohnungen. Die Frischluft wird über ein F7-Filter und Luft/Luft-Wärmetauscher im Gerät geführt, von einem Warmwasserheizregister entsprechend erwärmt und an der Decke der jeweiligen Dielen geführt und über den Türen in die jeweilige Räume eingeblasen (0,3 bis 0,4facher Luftwechsel).
Die Rückluft wird über Streiftüren zu den Abluftschächten der Bäder bzw. der WC’s geführt, über ein F7 Filter geführt und die Wärme in einem Wärmetauscher rückgewonnen. Jede Wohneinheit wird mit den notwendigen Schalldämpfern bzw. Brandschutzklappen und elektrischen Absperrklappen ausgestattet. Die beiden Gebäude werden über Brennwertgeräte mit der erforderlichen Restwärme versorgt, die Wärmeeintragung in die Wohnungen erfolgt über Heizkörper, die auf einen Temperaturbetrieb von 55-70°C ausgelegt sind.
Warmwasser / Solaranlage: Die Warmwasserbereitung erfolgt zentral über Gasbrennwertgeräte mit Unterstützung einer Solaranlage.

Jedes Objekt erhält eine eigene Solaranlage mit Warmwasserspeicher. Die thermische Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung sowie für eine teilsolare Raumheizung (über das Warmwasser-System) ist am Dach des Gebäudes montiert. Der Wärmetauscher sowie der Speicher sind im Haustechnikraum gelegen. Die Solaranlage besteht aus Flachkollektoren. Alle Rohre sind mit mindestens 4 cm Steinwolle Alu-kaschiert wärmegedämmt, am Dach und im Haustechnikraum zusätzlich mit Alu-Glanzblech-ummantelt. Die Unterkonstruktion der Kollektoren besteht aus verzinkten Metallprofilen, die direkt an die Dachunterkonstruktion angeschraubt werden. Der Solar-Primärkreis gibt seine Wärme über einen Plattenwärmetauscher an den Ladekreis für das Warmwasser ab.
Beginn / Fertigstellung: Baubeginn 2003, Fertigstellung, Übergaben Ende 2004
Besonderheiten: TQ - Gebäudezertifikat Planung beauftragt durch den Verband Österreichischer Ziegelwerke.
TQ für das Bauen: Die Daten zur Wohnanlage Telfs-Puite II, Haus A und B wurden mittels TQ-Tool erfasst, von einer unabhängigen Stelle - der "ARGE TQ" - geprüft und bewertet. TQ steht für "Total Quality": Ziel ist es, ein Gebäude umfassend zu optimieren hinsichtlich Nutzerkomfort, Kosten und Umweltperformance.
TQ-Bewertung
- Kurzform (Planung):
Der Bauträger "Wohnungseigentum (WE)", Innsbruck errichtet unter Beteiligung des VÖZ in Telfs, Ortsteil Puite ein Ziegeldemonstrationsprojekt, bestehend aus zwei 4-geschossigen Baukörpern mit insgesamt 36 Wohneinheiten (Haus A: 16, Haus B: 20). Es handelt sich um Passivhäuser mit hochwärmegedämmtem Ziegel- Zweischalenmauerwerk. Die Abdeckung des sehr niedrigen Heizwärmebedarfs erfolgt primär über kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (Rückwärmezahl: 85-90%) kombiniert mit einem Erdreichwärmetauscher zur Luftvorerwärmung. Der Restenergiebedarf wird über Gasbrennwertgeräte abgedeckt. Die Warmwasserbereitung erfolgt teilweise über Sonnenkollektoren. Bei der Auswahl der Materialien und der Farbgestaltung (Wohnräume, Außenfassade) spielten Feng Shui- und baubiologische Kriterien eine wesentliche Rolle. Die Gebäude weisen in nahezu allen relevanten Punkten einen hohenWohnkomfort auf. Das Projekt liegt am Hangfuß vom Birkenberg in sonniger Lage und ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Wohnanlage ist Teil eines übergeordneten Stadterweiterungskonzeptes, das die Bildung eines völlig neuen Ortszentrums (inkl. Dorfplatz mit Kirche, Kindergarten, Volksschule, Supermarkt, Jugendzentrum und Café) vorsieht. Das Ufer eines durch die Wohnbebauung hindurchfließenden Baches wird als Erholungsraum gestaltet.

Im Folgenden ist das Gesamtergebnis der TQ-Bewertung wiedergegeben.

Das Zertifikat “Planung” gibt den Planungsstand zum Zeitpunkt der Ausschreibung wieder. Änderungen bei der Errichtung sind möglich und werden - soweit sie TQKriterien betreffen - im Zertifikat “Errichtung” erfasst unddargestellt.
Ergebnispunkte für das Gebäude gesamt: 3,78 (Kategorie Mehrfamilienhaus)

Die Bewertungsskala reicht von -2 bis +5 Punkten. Ein Ergebnis von 0 entspricht in etwa der durchschnittlichen Qualität des Baubestandes.
Kontakt:

Wohnungseigentum, Tiroler Gemeinnützige Wohnbau GesmbH.,
Südtiroler Platz 8, 6020 Innsbruck
Tel. 0512/ 5393-0, Fax 0512/ 5393-20

 

Arch. Dipl.-Ing. Roman Schwaighofer, Höttinger Auffahrt 5, 6020 Innsbruck
Tel. 0512/ 286196, Fax 0512/ 286196-20

 

Verband Österreichischer Ziegelwerke, Wienerberg City, Wienerbergstraße 11, 1100 Wien
Tel. 01/ 5873346-0, Fax 01/ 5873346-11, E-Mail: verband@ziegel.at

 

Telfs-Puite