Ziegel-Vorzeigeprojekte: Projekt "Sieglanger" der WE/Innsbruck

Passivhaus-Wohnanlage Sieglanger in Innsbruck, Wohnbaugesellschaft WE
Projekt: Wohnanlage Sieglanger, 6 Baukörper, insgesamt 83 Wohneinheiten
Kategorie: Massivbau, Ziegelwand mit Wärmedämmverbundsystem und in Teilbereichen mit Klinkervormauerung als Ziegelsichtfassade
Allgemeines - Kurzinfo: Im westlichen Innsbrucker Stadtteil Sieglanger setzt Wohnungseigentum wieder einen spannenden Akzent in puncto modernem, energieeffizientem und vor allem auch leistbarem Wohnkomfort in Ziegelbauweise.
Das Architekten-Duo Scharmer & Wurnig aus Innsbruck ging im hochkarätigen Wettbewerb aus 25 eingereichten Arbeiten als Sieger für dieses Wohnprojekt hervor.
Auf einer Liegenschaftsfläche von 9 000 m2 entstehen – verteilt auf 6 Baukörper – insgesamt 83 Wohnungen. Die elegant gegliederte Struktur schafft zwischen den Baukörpern Platz für großzügige Hof- und Grünflächen. Der Passivhaus-Standard garantiert angenehmes Raumklima und geringe Energiekosten. Beim Bau kommt der massive und Wohnkomfort unterstützende Baustoff Ziegel zum Einsatz. Für seine richtungsweisende Umsetzung erhielt das Wohnprojekt Sieglanger vom Verband Österreichischer Ziegelwerke eine Auszeichnung.
114 Tiefgaragenabstellplätze unterstreichen den außergewöhnlichen Wohnkomfort dieser Anlage.
Die 6 Wohnhäuser verfügen über je vier Geschoße, die auf verschiedenen Ebenen miteinander verbunden sind. Die kleinteilige Struktur der Anlage fördert die Kommunikation und bietet dennoch ausreichend Raum für autonomes Wohnen.

© Prommer, Sieglanger Modell 2.12.2008

© Prommer, Sieglanger Modell 2.12.2008


Bau- und Ausstattungs-
Beschreibung:
Der gemeinnützige Bauträger Wohnungseigentum realisierte im Westen der Landeshauptstadt in Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Stadtplanung ein außergewöhnliches Wohnbauprojekt: im Stadtteil Sieglanger entstanden an der Josef-Franz-Huter-Straße 83 Wohnungen in hoher architektonischer und bautechnischer Qualität. Der Tirol-weit ausgeschriebene Architektenwettbewerb berücksichtigte in besonderem Maße den Baustoff Ziegel. Das Sieger-Projekt der Architekten Scharmer und Wurnig erfüllte die Anforderungen an Erschließung, Ausrichtung und Gliederung der Baukörper, Emissionsschutz und Wirtschaftlichkeit in bestmöglichem Ausmaß. Der mehrgeschossige begrünte Flachbau besteht aus Einzelbaukörpern und geht auf die Höhenunterschiede des Grundstückes ein. Eine verdichtete kleinteilige Struktur wird durch lose Anordnung und qualitätsvolle Innenhöfe aufgelockert. Das Bebauungskonzept sieht – verteilt auf mehrere Baukörper in vier Wohngeschoßen insgesamt 21 Zwei-Zimmer-, 43 Drei-Zimmer-, 17 Vier-Zimmer- und 2 Fünf-Zimmerwohnungen vor. Eine Tiefgarage bringt die notwendigen PKW-Stellplätze im Untergeschoß komfortabel unter. Die Außenanlagen werden gärtnerisch gestaltet, beinhalten Kinderspielplätze und bieten großzügige Freiraumbereiche zwischen den Baukörpern. Die einzelnen Baukörper sind als Passivhaus konzipiert – mit bestmöglichem Wärmschutz der thermischen Hülle sowie aktiver und passiver Sonnenenergienutzung. Ein komfortables Innenraumklima garantieren die hohen speicherwirksamen Massen, tlw. außenliegender Sonnenschutz, Verschattung durch Vordächer sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
Außenwand-
Konstruktion:
Ziegelwand mit Wärmedämmverbundsystem und in Teilbereichen mit Klinkervormauerung als Ziegelsichtfassade
1,0 cm Innenputz + 25 cm Hochloch-Planziegel + 25 cm EPS-F + Dünnschichtputz (je nach stat. Erfordernis tw. Varianten)
Wanddicke: 51 cm + Dünnschichtputz
Innenwände Wohnungstrennwände: 1 cm Innenputz, 25 cm Hochlochziegelmauerwerk (je nach stat. Erfordernis tw. STB-Varianten), GK-Vorsatzschale: 5 cm Profile/Mineralwollplatten,1,25 cm Beplankung
U-Werte:

Außenwand (typ.):

U=0,153 W/m²K

Decke OG/DG (typ.):

U=0,099 W/m²K

Kellerdecke (zu Tiefgarage):

U=0,108 W/m²K

Fenster:

U<0,90 W/m²K

Energiekennzahl: 8,7 bis 10,9 kWh/m²a; Heizwärmebedarf pro m² konditionierter BGF und Jahr (Bedarfsberechnung, Standortklima)
9,74 kWh/m²a (gemittelt);
12,775 kWh/m².a Warmwasserwärmebedarf; pro m² konditionierter BGF und Jahr (Nutzungsprofil lt. ÖN B 8110-5)
8,20 kWh/m²a Heiztechnikenergiebedarf gesamt (gemittelt) pro m² konditionierter BGF und Jahr (inkl. Hilfsenergie) Planerangabe – durchschnittlicher HTEB, Energieausweis lt. OIB-RL 6
29,74 kWh/m²a Heizenergiebedarf (= Endenergiebedarf) pro Jahr (gesamt) Planerangabe - durchschnittl. HEB, Energieausweis lt. OIB-RL 6
Charakteristische Länge: Je nach Haus zwischen 1,96 m und 2,56 m (Haus A … F);
(A/V = 0,51 m-1 bzw. 0,39 m-1)
Netto-
Grundfläche:
11.367,45 m² nach ÖN B1800 Planerangabe (Gesamtanlage: Haus A, B, C, D, E1, E2, F)
Schallschutz: Nicht transparente Außenbauteile: >=52 dB (Außenwand)
Bewertetes Schalldämmmaß RW in Abhängigkeit v. Außenschallpegel LA,eq bei Tag; (Planerangabe)
Behaglichkeit Sommerbetrieb: Planungsziel erreicht (Nachweis durch dynam. Gebäudesimulation oder Berechnung gemäß ÖN B 8110-3)
Immissionsflächenbezogene speicherwirksame Masse > 5000 kg/m² über Grenzwert: 79 Tops
Immissionsflächenbezogene speicherwirksame Masse 0 bis 1500 kg/m² über Grenzwert: 4 Tops
Kosten: -
Förderungen: Wohnbauförderung durch das Land Tirol wurde gegeben (Aussage Bauträger: Ohne diese Zuschüsse zur Erreichung des PH-Standards, hätten die Grenzen der Wohnbauförderung nicht eingehalten werden können).
Kontrollierte Wohnraumlüftung
/Heizung :
Es gibt sieben Lüftungszentralen, welche am Dach oder im letzten Geschoss installiert wurden (Auslegung: 5 Stück mit je 2.000 m³/h, WRG-Grad: ca. 91%; 2 Stück mit je 1.200 m³/h, WRG-Grad: ca. 93%). Die Luftvorerwärmung erfolgt über Grundwasserpumpen mit Solekreislauf sowie bei sechs Zentralen über sog. „Wärmefallen“ an der Fassade. Im Winter erfolgt die Frischluftansaugung über die Wärmefalle, im Sommer wird die Frischluft direkt angesaugt. Die Lüftungsgeräte verfügen über Feinfilter der Klasse F7 bei der Frischluftansaugung und über einen Grobfilter der Klasse G4 bei der Abluft. Die Lüftungszentralen sind mit Wärmetauschern ausgestattet. Der integrierte Wärmetauscher dient im Winter zur Luftvorwärmung und im Sommer zur Kühlung der Wohnungszuluft. Dieser Wärmetauscher (Heizregister im Winter und Kühlregister im Sommer) wird durch Sole betrieben. Der Solekreislauf ist hydraulisch durch einen Sole/Wasserwärmetauscher entkoppelt. Die Sole/Wasserwärmetauscher pro Lüftungszentrale sind wasserseitig pro Bautengruppe mit einem Grundwasserentnahme- und einem Grundwasserrückgabebrunnen gekoppelt. Die Luftführung von den Lüftungszentralen zu den Wohnungen erfolgt am Dach und dann ausschließlich senkrecht über die entsprechenden Installationsschächte. Die Zulufteinbringung erfolgt über die Schlaf- und Wohnzimmer. Abgesaugt wird in den Nasseinheiten bzw. in der Küche. Jede Wohnung wird mit zusätzlichen Volumenstromreglern ausgestattet, damit der Normalluftwechsel selbstständig um 30% für eine sog. Partyschaltung erhöht werden kann.
Warmwasser / Solaranlage: Die Wohnanlage wird von vier witterungsgeführten Heizzentralen mit Wärme versorgt. Die Wärmeabgabe in den Wohnungen sowie in den Wasch- und Trockenräumen erfolgt mittels Radiatoren. Die Heizzentralen mit je einem Gasbrennwertkessel liegen im Untergeschoß von Haus A, B, D und E (mit Leistungen zwischen 65,1 bis 120,5 kW). Sie versorgen auch die Baukörper F und C mit. Für die gesamte Bebauung werden 4 hydraulisch getrennte Solaranlagen am Dach mit ca. 3 m² Kollektorfläche je Wohneinheit montiert (pro Heizzentrale eine Solaranlage, insgesamt stehen rund 250 m² Kollektorfläche zur Verfügung). Sollte die Energie der Solaranlage für die Warmwasserbereitung nicht ausreichen, dann wird das Warmwasser über die Gasbrennwertkessel bereitet. Die Abgasleitungen werden an der Fassade über Dach geführt.
Beginn / Fertigstellung: Baujahr 2009/2010, Übergaben 06/2010
Besonderheiten: TQ - Gebäudezertifikat Planung beauftragt durch den Verband Österreichischer Ziegelwerke.
TQ – Gebäudezertifikat Errichtung beauftragt durch den Verband Österreichischer Ziegelwerke
TQ für das Bauen: Die Daten der Wohnhausanlage Sieglanger (WE) wurden entsprechend dem TQ-Kriterien-Katalog erfasst, von einer unabhängigen Stelle - der argeTQ - geprüft und bewertet. TQ steht für "Total Quality": Ziel ist es, ein Gebäude umfassend zu optimieren - hinsichtlich Nutzerkomfort, Kosten und Umweltperformance.
TQ-Bewertung
- Kurzform (Planung):
Der Bauträger Wohnungseigentum realisiert im Westen von Innsbruck ein besonderes Wohnbauprojekt: im Stadtteil Sieglanger entstehen an der Josef-Franz-Hutter-Straße 83 Eigentumswohnungen in hoher architektonischer und bautechnischer Qualität. Der Architektenwettbewerb berücksichtigte in besonderem Maße den Baustoff Ziegel. Das Sieger-Projekt der Architekten Scharmer und Wurnig erfüllte die Anforderungen an Erschließung, Ausrichtung und Gliederung der Baukörper, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in bestmöglichem Ausmaß. Der mehrgeschossige begrünte Flachbau besteht aus 6 Einzelbaukörpern und geht auf die Höhenunterschiede des Grundstückes ein. Eine verdichtete kleinteilige Struktur wird durch lose Anordnung und qualitätsvolle Innenhöfe aufgelockert. Die Außenanlagen werden gärtnerisch gestaltet, beinhalten einen Spielplatz und bieten großzügige Freiraumbereiche zwischen den Baukörpern. Die einzelnen Gebäude sind als Passivhäuser konzipiert, mit bestmöglichem Wärmschutz der Gebäudehülle sowie aktiver und passiver Sonnenenergienutzung. Ein komfortables Innenraumklima garantieren die hohen speicherwirksamen Massen, die vorgesehenen Verschattungseinrichtungen sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Im Folgenden ist das Gesamtergebnis der TQ-Bewertung wiedergegeben.
Die Bewertungsergebnisse beziehen sich auf die Planung. Die Überprüfung am gebauten Objekt erfolgt in einem separaten Zertifikat.
Ergebnispunkte für das Gebäude gesamt: 3,76 (Kategorie Mehrfamilienhaus)

Die Bewertungsskala reicht von -2 bis +5 Punkten. Ein Ergebnis von 0 entspricht in etwa der durchschnittlichen Qualität des Baubestandes.
Kontakt: Wohnungseigentum, Tiroler Gemeinnützige Wohnbau GesmbH.,
Südtiroler Platz 8, 6020 Innsbruck
Tel. 0512/ 5393-0, Fax 0512/ 5393-20

Architekten scharmer – wurmig – architekten ZT GmbH christian oeller architekt, Kiebachg. 2/III, 6020 Innsbruck
Tel. 0512/ 5640 98, Fax 0512/ 5640 99

Verband Österreichischer Ziegelwerke, Wienerberg City, Wienerbergstraße 11, 1100 Wien
Tel. 01/ 5873346-0, Fax 01/ 5873346-11, E-Mail: verband@ziegel.at
 Ansichten:  alle Fotos: © Norbert Prommer
 

 

 

 

 

 

 

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