Mindestschallschutz von Außenbauteilen

Mindestschallschutz von Außenbauteilen

Die im rot hinterlegten Teil der Tabelle Mindestschallschutz gegen Schallimmissionen von außen angegebenen Anforderungen an den Schallschutz der Außenbauteile gelten für Standplätze, an denen die Immissionsgrenzwerte gemäß Tabelle Immissionsgrenzwerte überschritten werden.


Mindestschallschutz gegen Schallimmissionen von außen

Gebäudeart Bauteile von zu schützenden Räumen (Aufenthaltsräumen) Mindestschallschutz
(R’res, w bzw. R’w) (in dB) bei einem maßgeblichen1) äquivalenten Dauerschallpegel LA,eq in dB außerhalb des Gebäudes von
Tag
50
51-
55 
56-
60 
61-
65 
66-
70 
71-
75 
Nacht
40
41-
45 
46-
50 
51-
55 
56-
60 
61-
65 
Krankenhäuser, Kurgebäude und dgl.
  Außenbauteile2) ausgenommen Feuermauern R’res, w 33 38 43 48 52 - 4)
Feuermauern3)
(je Wand)
R’w 52 52 52 52 52 - 4)
Decken und Wände gegen Dachböden R’w 47 47 47 52 52 - 4)
Wohngebäude, -heime, Hotels, Schulen, Kindergärten und dgl.
  Außenbauteile2) ausgenommen Feuermauern R’res, w 33 38 38 43 43 48
Feuermauern3)
(je Wand)
R’w 52 52 52 52 52 52
Decken und Wände gegen Dachböden R’w 42 42 42 47 47 47
Verwaltungs- und Bürogebäude
  Außenbauteile2) ausgenommen Feuermauern R’res, w 33 33 33 33 38 43
Feuermauern3)
(je Wand)
R’w 52 52 52 52 52 52
Decken und Wände gegen Dachböden R’w 42 42 42 42 42 42
1) Der maßgebliche äquivalente Dauerschallpegel außerhalb des Gebäudes ist für jeden Außenbauteil gemäß ÖNORM B 8815, Teil 2 zu ermitteln. Anpassungswerte gemäß ÖNORM S 5004 oder ÖNORM S 5011 sind erforderlichenfalls zu berücksichtigen.
2) Ohne Berücksichtigung von Fenstern und Außentüren ist im Hinblick auf Außenbauteile und Dachflächen eine Mindestschalldämmung nach den Erfordernissen für die Schalllängsleitungs-Dämmung zu beachten.
3) Das sind Außenwände, die an vorhandene Gebäude angebaut werden oder an welche andere Gebäude angebaut werden können (unabhängig von Grundgrenzen oder anderen rechtlichen Belangen).
4) als Standplatz nicht geeignet.


Luftschallschutz durch die Außenbauteile

Die Erfüllung der erforderlichen Mindestwerte der Luftschalldämmung von Außenbauteilen – unabhängig von der Neigung (horizontal, vertikal oder Dachschräge) – gemäß Tabelle Mindestschallschutz gegen Schallimmissionen von außen ist entsprechend dem jeweils vorhandenen oder zu erwartenden äquivalenten Dauerschallpegel LA, eq für die ungünstigst gelegenen Räume nachzuweisen. Die jeweils höhere Anforderung aus LA,eq Tag oder LA,eq Nacht ist zugrunde zu legen.

Der Wert für das bewertete Schalldämm-Maß Rw von opaken Außenbauteilen muss mindestens 5 dB über dem Wert für das mindesterforderliche bewertete resultierende Bau-Schalldämm-Maß R´res,w für den gesamten Außenbauteil liegen, jedoch mindestens 43 dB betragen.

Das bewertete Schalldämm-Maß Rw von Fenstern (horizontal, vertikal, Dachflächenfenster, Lichtkuppeln etc.) und Außentüren darf nicht mehr als 5 dB unter dem erforderlichen bewerteten resultierenden Bau-Schalldämm-Maß R´res,w für den gesamten Außenbauteil liegen.

Bei der Auswahl von Außenbauteilen ist sowohl das bewertete Schalldämm-Maß Rw als auch die Summe aus dem bewerteten Schalldämm-Maß und dem Spektrum-Anpassungswert Ctr zu beachten. Da die Größe Rw + Ctr die Differenz der A-bewerteten Schallpegel des Straßenverkehrsgeräusches außen vor der Fassade und im Innenraum beschreibt, ist die Bauart mit dem höheren Wert von Rw + Ctr günstiger. Jedenfalls darf für Außenbauteile die Summe von Rw + Ctr nicht mehr als 5 dB unter der jeweiligen Anforderung liegen.

Die erforderliche Dämmung der Schall-Längsleitung in den Außenbauteilen über Decken und Trennwände ist getrennt zu beachten (siehe "Luftschallschutz im Gebäudeinneren").

Mindestschallschutz von Außenbauteilen