Luftschallschutz von nicht einschalig wirkenden Bauteilen

Akustisch nicht einschalig wirkende Bauteile
Bei akustisch nicht einschalig wirkenden Bauteilen kann es zu Resonanzeffekten kommen, die die Schalldämmung wesentlich beeinflussen. Das Schalldämm-Maß kann daher nur durch Labormessungen (Prüfzeugnis) nachgewiesen werden.

Wände mit Trockenputz gemäß ÖNORM B 3415, Wände mit Wärmedämmschicht mit beliebiger Abdeckung oder Außenwände mit Wärmedämm-Verbundsystemen ergeben einen akustisch zweischaligen Bauteil. Die dynamische Steifigkeit s´ des Dämmstoffes, die Putzart und die Masse des Putzes ergeben eine Resonanzfrequenz fo, die zur Verbesserung oder Verschlechterung des Luftschallschutzes führen kann. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass der Außenputz unter dem Wärmedämm-Verbundsystem in diesen Fällen fehlt. Sofern die Resonanzfrequenz fo nicht bekannt ist und kein Messergebnis vorliegt, ist für Außenwände mit Wärmedämm-Verbundsystemen nach ÖNORM B 6110 und ÖNORM B 6135 eine Resonanzfrequenz von 630 Hz bis 1600 Hz anzunehmen.


Beispiele für nicht einschalig wirkende Ziegelwände

Hochwärmedämmende Hohlziegel.

Ziegelquerschnitt: "elliptische" bzw. lange, rechteckige und schmale Hohlräume parallel zur Außenfläche.

Typische Anwendung: Außenwände ohne Zusatzdämmung.

 

Richtwerte der flächenbezogenen Masse von akustisch nicht einschalig wirkenden Ziegelwänden
(vor allem Außenwände aus Hochlochziegeln entsprechend dem Bild Beispiele für nicht einschalig wirkende Ziegelwände)

Hochlochziegel für Außenwände wirken wegen ihrer wärmedämmenden Lochanordnung akustisch nicht einschalig.

Wandicke
unverputzt
Ziegel-
dichte
Mörtelart 2) flächenbez.
Masse
unverputzt
flächenbez.
Masse
verputzt 1)
(cm) (kg/m3)   m’ (kg/m2) m’ (kg/m2)

30

800 KZM 260 337
30 800 LM 230 307
30 1000 KZM 320 397
38 800 KZM 330 407
38 800 LM 300 377
38 1000 KZM 400 477
38 1000 LM 370 447
40 800 KZM 350 427
40 800 LM 310 387
40 1000 KZM 420 497
40 1000 LM 380 457
45 800 KZM 390 467
45 800 LM 350 427
45 1000 KZM 470 547
45 1000 LM 430 507
50 800 KZM 440 517
50 800 LM 390 467
50 1000 KZM 530 607
50 1000 LM 480 557

1) Bei den Wänden wurden 2,5 cm Kalkzement- und 1,5 cm Gipsputz angenommen. Bei anderer Putzausführung ist der Putz gemäß seiner flächenbezogenen Masse nach der Tabelle Gewicht verschiedener Putzarten je nach Putzdicke zu berücksichtigen.

2) KZM = Kalkzementmörtel
    LM = Leichtmörtel

Gewicht verschiedener Putzarten je nach Putzdicke (gem. ÖNORM B 4010)

Putzdicke
(cm)
Kalkzementputz
(kg/m2)
Kalkgipsputz
(kg/m2)
Wärmedämmputz
(kg/m2)
1,0 20 18 6
1,5 30 27 9
2,0 40 36 12
2,5 50 45 15

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