Grundlagen & Begriffe

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Bitte beachten Sie, dass die Inhalte der Homepage und damit der CD einen gewissen Informationsstand wiedergeben, der durch aktuelle Normen und Regeln erweitert und/oder ergänzt (und damit nicht vollständig) sein kann. Die Inhalte stellen ein Service dar und können keine Norm ersetzen.

Eigenschaften des Schalls
Schall ist Bewegung in einem elastischen Medium. Er entsteht durch Druckschwankungen und Molekularbewegungen in einem Stoff. Handelt es sich bei diesem Stoff um feste Körper, spricht man von Körperschall (im Falle von Decken z.B. von Trittschall), handelt es sich um Luft, spricht man von Luftschall.

Schall ist nicht Fortbewegung von Teilchen, sondern Weitergabe eines Impulses. Die Anzahl der Schwingungen eines Teilchens in einer Sekunde bestimmt die Tonhöhe (Frequenz, gemessen in Hz = Hertz). Die Größe des Schwingungsausschlages von der Ruhelage bestimmt die Schallstärke (Lautstärke, gemessen in Phon). Eine Verdoppelung der Frequenz bezeichnet man als Oktave. Eine Verdoppelung (bzw. Halbierung) der Lautstärke entspricht einer Veränderung um 10 Phon. Werden zwei Schallquellen gleicher Lautstärke und Frequenz addiert, ergibt sich eine Zunahme der Lautstärke um 3 Phon.


Schallschutzbereich
Der für den Schallschutz von Bauteilen maßgebende Schallschutzbereich liegt zwischen 100 und 3.150 Hz; bei diesen Frequenzen ist das menschliche Ohr am empfindlichsten und der Lautstärkeanteil üblicher Geräusche hinter einer Wand am größten.


Schallpegel
Der Schallpegel L (in dB) ist ein Maß für die im Schall enthaltene Energie. Auf Grund des logarithmischen Maßsystems bedeutet eine Zunahme des Schallpegels um 10 dB eine Steigerung auf den 10-fachen Schalldruck.

Unter einem A-bewerteten Schallpegel versteht man einen Schallpegel, bei dessen Messung ein Teil der Schallenergie in den niedrigen Frequenzen ausgefiltert wird, wodurch diese Schallpegel besser dem physiologischen Empfinden entsprechen. A-bewertete Schallpegel werden nur zur Messung von Immissionen herangezogen, nicht für Schalldämmwerte.


Schallpegeldifferenz
Die Schallpegeldifferenz D ist der Unterschied zwischen dem Schallpegel L1 im Senderaum und dem Schallpegel L2 im Empfangsraum D = L1 – L2 (in dB).

Die Standard-Schallpegeldifferenz DnT ist die Schallpegeldifferenz umgerechnet auf eine genormte Nachhallzeit T0 = 0,5 sec. im Empfangsraum unter Berücksichtigung der tatsächlich gemessenen Nachhallzeit T.


Schalldämm-Maß

Das Schalldämm-Maß R wird aus der Schallpegeldifferenz D unter Berücksichtigung der Fläche S des Trennbauteiles und der Absorptionsfläche A im Empfangsraum errechnet.

Das Schalldämm-Maß R resultiert aus einer Messung in einem Prüfstand. Ein in einem Bauwerk mit Schallnebenwegen gemessenes Schalldämm-Maß (z.B. an Außenbauteilen, Türen) wird als Bau-Schalldämm-Maß R’ bezeichnet.

Als Einzahlangabe zur Beurteilung des Luftschallschutzes von Bauteilen dient das bewertete Schalldämm-Maß RW (Labor-Schalldämm-Maß) bzw. R’W (Bau-Schalldämm-Maß). Zur Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes wird eine Bezugskurve gegenüber der Meßkurve in Ordinatenrichtung um ganze dB soweit verschoben, dass die mittlere Unterschreitung der Bezugskurve durch die Meßkurve so groß wie möglich wird, jedoch nicht mehr als 2 dB beträgt (in Bild "Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes Rw" rot unterlegt). Das bewertete Schalldämm-Maß RW bzw. R’W ist dann der Wert der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hertz. Beispielsweise ergibt sich nach folgendem Bild "Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes  Rw" eine Verschiebung um –5 dB und damit ein RW von 52 -5 = 47 dB.

Je höher RW desto besser der Schallschutz.

Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes  Rw



Bewertete Standard-Schallpegeldifferenz

Die bewertete Standard-Schallpegeldifferenz DnT,w ist eine Einzahlangabe zur Bewertung des Luftschallschutzes zwischen Räumen in Gebäuden und wird analog dem bewerteten Schalldämm-Maß durch Verschiebung der Bezugskurve und Angabe des Wertes der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz bestimmt.

Die Schallübertragung zwischen benachbarten Räumen, die durch die bewertete Standort-Schallpegeldifferenz beschrieben wird, erfolgt nicht nur über den Trennbauteil (Wand oder Decke, Weg Dd), sondern auch über die flankierenden Bauteile (Schall-Längsleitung über die Wege, Df, Fd und Ff, siehe Bild "Wege der Schallübertragung zwischen zwei Räumen"). Die Erfüllung der Schallschutzanforderungen setzt daher eine geeignete Kombination von Trennbauteilen und Flankenbauteilen unter Berücksichtigung sämtlicher Übertragungswege voraus.

Wege der Schallübertragung zwischen zwei Räumen


Dd... Übertragung durch Anregung und Abstrahlung des Trennbauteils
Df... Übertragung durch Anregung des Trennbauteiles und Abstrahlung über einen flankierenden Bauteil
Fd... Übertragung durch Anregung eines flankierenden Bauteiles und Abstrahlung über den Trennbauteil
Ff... Übertragung durch Anregung eines flankierenden Bauteiles und Abstrahlung über einen flankierenden Bauteil


Trittschallpegel

Der Trittschallpegel L ist jener Schallpegel, der in einem Raum entsteht, wenn mit einem Normhammerwerk auf eine dem Raum angrenzende Decke oder Stiege geklopft wird.

Der Standard-Trittschallpegel L´nT ist der Trittschallpegel bezogen auf die genormte Nachhallzeit T0 = 0,5 sec. im Empfangsraum unter Berücksichtigung der tatsächlich gemessenen Nachhallzeit T.

Als Einzahlangabe zur Bewertung des Trittschallschutzes von Decken dient der bewertete Standard-Trittschallpegel LnT,w (im Labor gemessen) bzw. L’nT,w (am Bau gemessen). Zur Ermittlung wird eine Bezugskurve (siehe Bild "Ermittlung des bewerteten Normtrittschallpegels LnT,w ") gegenüber der Meßkurve des Normtrittschallpegels in Ordinatenrichtung um ganze dB so weit verschoben, dass die mittlere Überschreitung der Bezugskurve durch die Meßkurve so groß wie möglich wird, jedoch nicht mehr als 2 dB beträgt (in Bild "Ermittlung des bewerteten Normtrittschallpegels LnT,w " rot unterlegt). Der bewertete Normtrittschallpegel ist der Wert der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz. Beispielsweise ergibt sich nach Bild "Ermittlung des bewerteten Normtrittschallpegels LnT,w "eine Verschiebung um 10 dB und damit ein LnT,w von 60 -10 = 50 dB.

Je niedriger LnT,w desto besser der Schallschutz.


Ermittlung des bewerteten Normtrittschallpegels LnT,w



Als Basispegel LA,95 bezeichnet man den in 95% der Meßzeit überschrittenen A-bewerteten Schalldruckpegel der Schallpegelhäufigkeitsverteilung eines beliebigen Geräusches.

Als Grundgeräuschpegel LGg bezeichnet man den geringsten an einem Ort während eines bestimmten Zeitraumes gemessenen bewerteten Schalldruckpegel in dB, der durch entfernte Geräusche verursacht wird und bei dessen Einwirkung Ruhe empfunden wird.

Unter dem äquivalenten Dauerschallpegel LA,eq versteht man eine Einzahlangabe, die zur Beschreibung von Schallereignissen mit schwankendem Schalldruckpegel dient. Der LA,eq wird als jener A-bewertete Schalldruckpegel errechnet, der bei dauernder Einwirkung dem unterbrochenen Geräusch oder Geräusch mit schwankendem Schalldruckpegel energieäquivalent ist.

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