Ausführung / Standzeiten der Putzmörtel

Die meisten Putzschäden entstehen durch Nichteinhalten der notwendigen Standzeiten (siehe auch Putzgrund).

Standzeiten sind jene Mindestwartezeiten bis zum möglichen Beginn eines weiteren Ver- oder Bearbeitungsschrittes. Abbinde-, Erhärtungs- und Trocknungszeiten sind von der Art des Bindemittels, den klimatischen und baulichen Bedingungen abhängig.

Für die Standzeiten von Putzen haben maßgeblichen Einfluß:

  • Beschaffenheit des Putzgrundes
  • Art des Putzmörtels
  • Putzaufbau
  • Putzdicke
  • Witterung (Jahreszeit)
  • Belüftung


Standzeiten für Einlagen-Innenputze
Bei Innenputzen ist für die Standzeit bzw. Austrocknungszeit die Belüftung von ganz besonderer Bedeutung. Es kann daher keine allgemein gültige Angabe für Stand- bzw. Austrocknungszeiten gemacht werden. Außerdem ist beim Innenputz zu beachten, dass z.B. bei doppelter Putzdicke mit vierfacher Austrocknungszeit zu rechnen ist.

Bei Innenputzen gilt grundsätzlich:
Je höher der Gipsanteil, desto kürzer sind die Abbinde- und Trocknungszeiten. Je höher der Kalkanteil im Putz, desto länger sind die Abbinde- und Austrocknungszeiten.

Bei idealen Witterungs- und Belüftungsverhältnissen kann z.B. bei einem 15 mm dicken Kalk-Gips-Putz angenommen werden, dass nach etwa 14 Tagen ein Trocknungsgrad erreicht ist, der nachfolgende Arbeiten zulässt.


Standzeiten für Mehrlagen-Putze

Putzart empfohlene Putzdicke
Mindeststandzeit
in Tagen pro cm
Putz-
dicke
Innen
daraus
resultierende
Standzeit
Putz-
dicke
Außen
daraus
resultierende
Standzeit
Normalputz 14 Tage pro cm 10 mm 14 Tage 15 mm 21 Tage
Leichtputz 10 Tage pro cm 15 mm 14 Tage 20 mm 21 Tage
Wärmedämmputz 7 Tage pro cm 20 mm 14 Tage 35 mm 25 Tage


Standzeiten für Spachtelungen und Feinputze
Spachtelung und/oder Gewebeeinbettung: Mindeststandzeit 7 Tage*)
Feinputz als Zwischenschicht für Deckputze: Mindeststandzeit 7 Tage*)
*) bzw. nach Herstellerangaben

Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen sind entsprechend längere Trocknungszeiten einzuhalten!

Kürzere Standzeiten als die o.a. Mindeststandzeiten können zu einem erhöhten Risserisiko führen, und sind von dem zu verantworten, der die kürzere Standzeit anordnet (Werkputzmörtelhersteller, Bauherr, Bauleiter, Putzverarbeiter selbst, usw.).

In allen Fällen aber liegt die Prüfung des Putzes auf dessen Eignung für Nachfolgearbeiten (z.B. nächste Putzlage, Beschichtung, Belagaufbringung) beim Ausführenden des Nachfolgewerkes.

 

Standzeiten