Ausführung - Putzschnitte / Fugen und Profile

Konstruktive Fugen (angeordnete Fugen) oder Dehnfugen dürfen nicht überputzt werden.

Im Außenbereich dürfen keine Putzschnitte ausgeführt werden, sondern sind geeignete Fugenprofile/Putzprofile einzusetzen.


Kellenschnitt
Ausführung: Der Putz wird vor dem letzten Arbeitsgang (Reiben oder Glätten) mit Kelle oder Klinge bis zum Putzgrund durchgeschnitten, die Oberfläche wird anschließend fertiggestellt, wodurch der Schnitt vorerst unsichtbar bleibt.

Bei fallweise eintretenden Bewegungen aus dem Untergrund ergibt sich dann an solchen Stellen ein nahezu geradliniger Rißverlauf.

Kellenschnitte sind nicht geeignet für Materialwechsel am Putzgrund, Ausmauerungen, stumpfe Anschlüsse etc. Putzarmierungen können in derartigen Bereichen zwar die Rißgefahr mindern, jedoch niemals zuverlässig verhindern.

Kellenschnitte können nur das Rißbild eines entstehenden Risses beeinflussen (geradliniges Rißbild statt unregelmäßigem Zick-Zack-Verlauf des Risses.) Der Kellenschnitt ist eine Art "Sollbruchstelle".

Wird die Ausführung von Kellenschnitten in Ichsen, bei stumpfen Mauerwerksanschlüssen u.a. gefordert (ÖNORM B 3346, Pkt. 5.5.3), ist dies im Sinne der ÖNORM B 2210, Pkt. 1.3.5 (12) eine Hauptleistung.


Putzfuge oder Kittfuge
Ausführung: Der Putz wird vor vollständiger Erhärtung bis zum Putzgrund durchgeschnitten. Die Fuge bleibt sichtbar. Nach entsprechender Stand- bzw. Trocknungszeit kann bauseits eine fachgerechte Verfugung vorgenommen werden.

Diese Ausführung ist anwendbar: z.B. bei nicht eingebundenen Kaminen und Zwischenwänden, ausgemauerten Stahlbetonskelett-Konstruktionen (Parapett-Ausmauerungen), Vorsatzschalen. Das Überbrücken solcher Stellen mittels Textilglasgewebe oder Putzträgern ist nur beschränkt möglich. Siehe auch:Putzgrund.


Fugenprofile
Konstruktive Fugen sind mit geeigneten Putz-Profilen auszubilden. Die erforderliche und geeignete Type ist unter Berücksichtigung der statischen Erfordernisse bereits in der Ausschreibung festzulegen.


Putzprofile
Putzprofile sind nicht nur bei der Anwendung von Werkputzmörtel oftmals notwendig (z.B. Kantenschutzprofile beim einlagigen Innenputz), sondern es können geforderte Konstruktions- und/oder Ausführungsdetails überhaupt nur mit geeigneten Profilen hergestellt werden. (z.B. Dehnfugenausbildungen).


Auswahl der Profile
Die Auswahl der Putzprofile hängt nicht nur von deren zukünftiger Funktion ab, es ist auch die Veträglichkeit des Profilmaterials mit dem vorgesehenen Putzmaterial zu berücksichtigen.

Bei der Profilauswahl ist zu beachten:

Profile aus verzinktem Stahlblech eignen sich für Putze im neutralen und alkalischen Bereich, z.B. Gips, Kalk-, Kalk-Zement- und Zement-Putze sowie -Spachtelungen.

Profile aus Aluminium eigenen sich nicht für stark alkalische (kalk- und/oder zementhaltige) Putze und Spachtelungen.

Für den Einsatz in Bereichen mit erhöhter Korrosionsbelastung, wie z.B. im Außenbereich, im Sanitärbereich, in fensterlosen Räumen mit Zwangsbelüftung, in Schächten und in allen Bereichen, wo mit erhöhter Feuchtigkeitseinwirkung zu rechnen ist, sind geeignete verzinkte Profile einzusetzen, es wird jedoch der Einsatz von Edelstahlprofilen empfohlen.

Für gewerblich genutzte Feuchträume, für Schwimmbäder, für Sauna-Bereiche u.ä. sind geeignete Profile in Abstimmung mit dem Erzeuger der Profile festzulegen.

In jedem Fall sind die vorgesehenen Einsatzgebiete sowie die Verarbeitungsrichtlinien des Profilherstellers zu beachten. (Materialwahl, geforderte Überdeckung, usw.)


Verarbeitung/Ansetzen der Profile
Verzinkte Putzprofile sollen mit einer Blechschere, bei dicken Profil-Materialstärken mit einer Metall-Handsäge abgelängt werden. Ein Ablängen mittels einer Winkelschleifmaschine (Flex) verbrennt die angrenzende Verzinkung. Ein Anrosten der Profile in diesen Bereichen ist die Folge.

Bei gipshaltigen Putzen können die Profile mit dem gleichen Putzmaterial angesetzt werden.

In Feuchträumen, sowie an Flächen, die mit Putzmörtel verputzt werden, welche Zement, Kalk-Zement oder Putz- und Mauerbinder enthalten, darf kein gipshaltiges Ansetzmaterial verwendet werden. Das gleiche gilt für den Außenbereich. In diesen Fällen eignen sich spezielle Ansetzmörtel auf Zementbasis.

Punktweises Ansetzen ist in Abständen von ca. 50 cm durchzuführen.

Wurden für eine Vor-Fixierung der Profile verzinkte Nägel verwendet, so sind diese nach dem Ansteifen des Ansetzmörtels wieder zu entfernen.

Verzinkte Profile und Aluminiumprofile dürfen nie zusammengeführt werden, da die Gefahr einer Kontaktkorrosion besteht.


Wichtige Maßnahmen für das "Funktionieren" von Profilen

Trennfugen und Dehnfugen: Die Fuge selbst muss unbedingt frei von Mörtel und Putz bleiben.

Dehnfugen: Nach dem Ansetzen ist zu kontrollieren ob die Funktionsfähigkeit der Profile gewährleistet ist. Bei Außenputzen mit verzinkten Profilen ohne Kunstoffüberzug: Eine ausreichende Überdeckung der Profile mit dem Oberputz ist erforderlich.


siehe auch:

Putzschnitte - Fugen und Profile