Ausführung von Oberputzen

Auf einlagigen Innenputzen werden in der Regel keine Oberputze aufgebracht. Werden dennoch Beschichtungen mit Putzen gewünscht, ist zu beachten:

  • Putzoberfläche nicht glätten, reiben etc.
  • mindestens 3 Wochen Standzeit einhalten (abhängig von den Baustellen- und Belüftungsverhältnissen)
  • produktspezifisch ggf. Grundierung erforderlich

Auf Kalk-Zement-Unterputzen (innen und außen) kann bei Anwendung von Dünnschicht-Oberputzen (in Kornstärke aufgebrachter Oberputz) eine geeignete Ausgleichs- oder Zwischenschicht erforderlich werden.

Hinweis:
Auf die Schlagregenbeanspruchung der Fassadenflächen achten! Eventuell Spachtelung des Unterputzes als Schlagregenschutz aufbringen. Ggf. gesondert auszuschreiben/anzubieten.

Ist bei der Herstellung des Unterputzes (z.B. durch Zustoßen) eine Schlämmschichte an seiner Oberfläche entstanden, ist diese zu entfernen.

Auf Wärmedämmputzen ist bei Anwendung von Dünnschicht-Edelputzen eine geeignete Ausgleichs- oder Zwischenschicht erforderlich. Bei Fassadenflächen, die nur in geringem Maße Witterungseinflüssen ausgesetzt sind (z.B. durch auskragende Vordächer) kann auf diese Zwischenschicht verzichtet werden.

Produktspezifisch und witterungsabhängig kann eine Vorbehandlung des Unterputzes (Nässen, Grundieren, etc.) erforderlich sein.

Die erforderlichen (produktspezifischen) Temperaturen bei der Verarbeitung von Oberputzen sind ganz besonders zu beachten!

Fassadenflächen sind oft extremen thermischen Beanspruchungen ausgesetzt (Sonneneinstrahlung -> Gewitterregen, Sonneneinstrahlung -> Schatten, etc.) was zum Entstehen von Haarrissen führen kann.

Oberputze mit gröberer Struktur (ab 2 bis 3 mm-Körnung) und helle Farben können dem entgegenwirken.


Oberputze, naturfarben (mit nachfolgender Färbelung)
Im Innenbereich finden Kalk- oder Kalk-Zement-Feinputze Verwendung. Im Außenbereich müssen geeignete Oberputze (mit verringerter kapillarer Wasseraufnahme) aufgebracht werden oder es ist der Oberputz bauseits entsprechend zu beschichten. Der Oberputz ist dementsprechend auszuschreiben/anzubieten.


Oberputze, eingefärbt / Kalk-Zement-Edelputze

Dickschicht-Edelputze:
Ihre Schichtdicke ist größer als die maximale Korngröße, wie z.B. Kratzputze, Kellenwurf, Reibputze, Schlämmputze, sie werden daher direkt auf den Unterputz aufgebracht.

Dünnschicht-Edelputze:
Kunstharzvergütete Kalk-Zement-Edelputze können auch in Dicke der max. Korngröße aufgebracht werden, benötigen aber auf Kalk-Zement-Wärmedämmputzen und auf groben Kalk-Zement-Unterputzen eine Zwischenschicht.

Hinweise entsprechend Standzeiten der Putzmörtel beachten! Eventuell Zwischenschicht erforderlich! Gegebenenfalls Schlämmschichte entfernen!  


Silikatputze
Silikatputze sind wasserglasgebundene Dünnschicht-Oberputze mit organischen Bindemittel-Zusätzen. Auf den Unterputz ist eine geeignete Grundierung (Voranstrich) aufzutragen. Silikatputze benötigen auf Wärmedämmputzen und groben Kalk-Zement-Putzen eine Zwischenschicht.

Bei der Anwendung von Silikatputzen sind Glasflächen, Fenster, polierte Steinverkleidungen, u.ä. entsprechend abzudecken!

Mindestemperatur bei der Verarbeitung von Silikatputzen beachten!


Kunstharzputze
Kunstharzputze sind organisch gebundene Dünnschicht-Oberputze.

Auf den Unterputz ist eine geeignete Grundierung (Voranstrich) aufzubringen.

Erfordern auf groben Kalk-Zementputzen eine Zwischenschicht; auf Wärmedämmputzen werden sie nicht empfohlen.


Silikonharzputze
Silikonharzputze sind mit Silikonharz und organischen Bindemitteln gebundene Dünnschicht-Oberputze. Auf den Unterputz ist eine geeignete Grundierung (Voranstrich) aufzubringen.

Silikonharzputze benötigen auf Wärmedämmputzen und groben Kalk-Zement-Putzen eine Zwischenschicht.

Oberputze