Ausführung - Putz in Naßräumen

Nach ÖNORM B 3346, Tabelle A.3 werden Räume in 4 Feuchtigkeits-Beanspruchungsgruppen von W1 bis W4 eingeteilt.

Alle zu verfliesenden Flächen müssen vor Beginn der Putzarbeiten in den Bauplänen festgelgt sein bzw. dem Auftragnehmer schriftlich bekanntgegeben werden. Diese Flächen müssen einlagig geputzt und dürfen nicht gerieben oder geglättet werden. Bereits geglättete oder geriebene Putzflächen sind vor dem Verfliesen aufzurauhen und zu entstauben. Der Putz (Kalk-Zement-Putz, wie auch gipshaltiger Putz) muss eine Mindestdicke von 10 mm und eine Druckfestigkeit von mind. 2,0 N/mm2 haben.

Jedenfalls muss vom Hersteller die Eignung des verwendeten Werkputzmörtels als Putz für die jeweilige Beanspruchungsgruppe gewährleistet werden.

Kalk-Zement-Putze sind für die Belastungsgruppen W1 und W2 ohne besondere Vorbehandlung geeignet.

Für die Belastungsgruppen W3 und W4 sind vor den Verfliesungsarbeiten die Vorbehandlungen lt. untenstehender Tabelle durchzuführen.

Für die Belastungsgruppe W4 wird die Verwendung von Zement-Werkputzmörtel empfohlen.

Gipshältige Innenputze dürfen nur bis zur Belastungsgruppe W3 und unter folgenden Voraussetzungen eingesetzt werden:

  • In der Belastungsgruppe W1 sind keine Vorbehandlungen erforderlich
  • In der Belastungsgruppe W2 sind zu verfliesende Wandflächen vor dem Kleberauftrag mit einem geeigneten Tiefengrund vorzubehandeln. Da Tiefengrund und Kleber in Verbindung mit Putz bzw. Fliesen eine Verträglichkeit aufweisen müssen, ist es sinnvoll, diese Grundierungsarbeiten durch den Fliesenleger durchführen zu lassen.
  • Vom Planer festzulegende Flächen mit höherer Feuchtigkeitsbelastung (Beanspruchungsgruppe W3) sind vollflächig gegen Feuchtigkeit abzudichten. Diese Abdichtung hat gemäß ÖNOMR B 2207 zu erfolgen.

Auch Putzprofile, Armierungen, Putzträger u.ä. sind auf die jeweilige Feuchtigkeits-Beanspruchungsgruppe abzustimmen.

In Schwimmbädern, Sauna- und/oder Dampfbadbereichen, etc. ist in allen Fällen die Beanspruchungsgruppe W4 gegeben. Für derartige Bereiche werden Werkputzmörtel empfohlen, welche hauptsächlich Zement als Bindemittel aufweisen. Eine Abdichtung nach ÖNORM B 2207 kann dann entfallen.


Feuchtigkeitsbeanspruchungen einer Innenfläche und erforderliche Maßnahmen hinsichtlich Auswahl des Putzmörtels und der Putzabdichtung (gemäß ÖNORM B 3346)

Art der Beanspruchung

Dauer und Höhe (Intensität) der Beanspruchung
Beanspruchungsgruppe

1. Feuchtigkeitsbeanspruchung
  W1 W2 W3 W4
Luftfeuchtigkeit
(Tauwasser)
erhöht:
kein Tauwasser
kurzzeitig hoch:
eventuell Tauwasser
kurzzeitig hoch:
Tauwasser
länger erhöht:
Tauwasser Wasserdampf
Reinigungswasser periodisches feuchtes Wischen feuchtes Wischen;
periodische Naßreinigung
periodische Naßreinigung tägliche Intensiv-
reinigung
Spritzwasser kurzzeitig:
gering bis mittel
kurzzeitig:
stark
länger anhaltend:
mittel bis stark
 
2. Praktische Beispiele der vier Beanspruchungsgruppen
  W1 W2 W3 W4
  im Wohnbereich:
WC, Flure, Stiegenhäuser
im Wohnbereich:
Küche
im Betrieb:
WC-Anlagen
im Wohnbereich:
Spritzwasser-
bereich in Duschen und Badezimmern
im Betrieb:
Küchen, Duschanlagen, Waschküchen
 
3. Maßnahmen vor der Verfliesung in Abhängigkeit
von der Art des Putzmörtelbindemittels und der
Feuchtigkeitsbeanspruchung
Putzmörtel-
bindemittel
W1 W2 W3 W4
Zement keine Vorarbeiten keine Vorarbeiten keine Vorarbeiten keine Vorarbeiten
Zement / Kalk keine Vorarbeiten keine Vorarbeiten alternative Abdichtung gemäß
ÖNORM B 2207
Abdichtung gemäß
ÖNORM B 2207
Gips keine Vorarbeiten
erforderlich
Grundierung gemäß
ÖNORM B 2207
Abdichtung gemäß ÖNORM
B 2207 und B 2209
gipshaltige Putze nicht anwenden


siehe auch:

Putz in Naßräumen und für Verfliesungen