Ausführung - Haftvermittler

Wenn notwendig, dann finden auf Ziegelmauerwerk als Haftvermittler fast ausschließlich Vorspritzer Verwendung.

Siehe auch Mischmauerwerk, Anwendungstabelle und Leichtgrundputze

Der Vorspritzer

  1. ist eine Putzgrundvorbehandlung,
  2. dient als Haftvermittler und/oder als Saugausgleich,
  3. zählt nicht als Putzlage.

Aus diesen Gründen ist der Vorspritzer keine Nebenleistung im Sinne der ÖNORM B 2210, sondern eine separat auszuschreibende und anzubietende Hauptleistung.

Bezüglich der Anwendung des Vorspritzers hat sich der Putzverarbeiter sowohl an die Angaben des Herstellers des Putzgrundes und zugleich auch an die Verarbeitungsvorschriften des Herstellers des Putzmörtels zu halten.

Für den Vorspritzer ist dafür vorgesehener Werkmörtel zu verwenden, die Verwendung von Putzmörtel oder Mauermörtel als Vorspritzer ist unzulässig.

Ein eventuelles Vornässen des Putzgrundes und auch das Feuchtehalten des aufgebrachten Vorspritzers ist abhängig von Witterung und Untergrund.

Für den Vorspritzer können unter durchschnittlichen Bedingungen 3 Tage als Mindeststandzeit angenommen werden.

Bei nachfolgenden gipshaltigen Putzen sind 3 Wochen Mindeststandzeit einzuhalten.

Die Putzarbeiten dürfen grundsätzlich erst dann erfolgen, wenn der Vorspritzer ausreichend erhärtet ist (bei ausreichender Festigkeit erkennbar an der hellen Farbe bzw. an den Entspannungsrissen.

Es wird empfohlen, den Vorspritzer außenseitig möglichst früh (wenn möglich bereits bei der Errichtung des Mauerwerkes nach geschoßweiser Fertigstellung) aufzubringen.

Wird im Innenbereich auf vorgespritzten Flächen später ein Einlagenputz aufgebracht, sind die vorgespritzten Flächen nach dem Beginn des Ansteifens z.B. mit einem großen Reibbrett zu "entgraten". Es ist darauf zu achten, dass die Ichsen nicht halbrund mit Vorspritzmörtel aufgefüllt werden.

Zeigt der Vorspritzer eine glasige Oberfläche ist diese abzubürsten (mit Drahtbürste aufrauhen).

Hinweis:
Den Vorspritzer nicht wasserreich spritzen! Es könnte dadurch am Vorspritzer eine bindemittelreiche (oft glasige) Oberfläche entstehen, die dann nicht haftungsverbessernd wirkt. In solchen Fällen würde der Vorspritzer mehr schaden als nutzen.


siehe auch:

Haftvermittler