Grundlagen

Ziegelmauerwerk ist ein hervorragender Putzgrund, es müssen jedoch nachstehende Grundsätze und Regeln befolgt werden, um eine schadensfreie Putzoberfläche zu erhalten.

  • Verarbeitungsrichtlinien für Werkputzmörtel, 2. Auflage Juni 1995 der ÖAP
  • Richtlinien für das Putzen von Polystyrol-Extruderschaumstoff XPS-R
  • Vermeidung von schädlichen Rissen in Putz auf Leichtziegelmauerwerk / Dr. Ing. Schubert, Institut für Bauforschung der RWTH Aachen
  • Wienerberger Ziegelindustrie – Putzsystemempfehlung
  • ÖNORMEN


ÖNORMEN

ÖNORM Bezeichnung Ausgabe
B 2206 Mauer- und Versetzarbeiten – Werkvertragsnorm 05/92
B 2207 Fliesen-, Platten- und Mosaiklegearbeiten, Werkvertragsnorm 05/96
B 2209 Bauwerksabdichtungen – Werkvertragsnorm 10/92
B 2210 Putzarbeiten – Werkvertragsnorm 11/93
B 3340 Putzmörtel – Anforderungen und Prüfungen 01/98
B 3346 Putzmörtel – Regeln für die Verwendung und Verarbeitung 11/93
B 3350 Tragende Wände – Berechnung, Bemessung und Ausführung 01/96
B 3371 Gips- und gipshaltige Putzmörtel 12/97
B 6122 Textilglasgitter für Außenwand - WDVS 10/98


Putzmörtelprodukte
Die Anforderungen an diese Putzmörtel sind in den beiden ÖNORM B 3340 und B 3321 Teil 1 und 2 zusammengefasst. In Österreich hergestellte Werkputzmörtel sind in der Regel ÖNORM geprüft bzw. überwacht.

Bei Verwendung verschiedender Fabrikate für den Putzaufbau bei mehrlagigen Putzen ist die Verträglichkeit der Werkputzmörtel untereinander zu berücksichtigen. Die Herstellerangaben sind zu beachten!


Arten von Putzmörtel

Gips- bzw. gipshaltige Putzmörtel je nach Anteil des Bindemittel:

  1. Gips-Putzmörtel (für Glättputze)
  2. Gips-Kalk-Putzmörtel (für Glätt- oder Reibputze)
  3. Kalk-Gips-Putzmörtel (für Glätt- oder Reibputze)
  4. Gips-Leichtputzmörtel (für Glättputze)
  5. Gips-Wärmedämm-Putzmörtel (für Glättputze)


Kalk-, Kalk-Zement- und Zement-Putzmörtel

  1. Kalk-Putzmörtel, mit Luftkalk oder hydraulischem Kalk
  2. Kalk-Zement-Putzmörtel
  3. Zement-Kalk-Putzmörtel
  4. Zement-Putzmörtel
  5. Kalk-Zement-Leichtgrundputzmörtel
  6. Kalk-Zement-Wärmedämm-Putzmörtel


Hinweise zur Anwendung von Werkputzmörtel

  • Gips- und gipshaltige, sowie Luft-Kalk-Putzmörtel sind nur für Innenputze geeignet; erstere werden in der Regel einlagig aufgetragen.
  • Gips-Wärmedämmputze (Innenputze) sind maschinell verarbeitbar.
  • Für die Ausführung eines Glättputzes sind nur gipshaltige Putze anzuwenden.
  • Kalk-Zement-, Zement-Putzmörtel und hydraulische Kalk-Putzmörtel eignen sich für Innen- und Außenputze.
  • Zement-Putzmörtel eignen sich für Feuchtigkeitsbeanspruchungen bis Gruppe 4 (gewerbliche Küchen, Duschanlagen, etc.) und für Gebäude-Sockel außen.
  • Kalk-Zement-Wärmedämmputze mit Perlite-Zuschlag sind in der Regel Handputze (d.h. das Auftragen erfolgt von Hand aus); bei maschinellem Auftrag sind spezielle Putzmaschinen einzusetzen. Diese Putze werden als Unterputze verwendet.
  • Kalk-Zement-Wärmedämmputze mit EPS-Zuschlag sind Maschinenputze, können aber auch von Hand aufgetragen werden. Diese Putze werden als Unterputze verwendet.
  • Sind auf Grund einer Ausschreibung Dämmputze jeglicher Art an Innenflächen von Außenwänden auszuführen, ist vom Planer ein bauphysikalischer Nachweis (Kondensation!) zu erbringen.

Hinweis
Bei allen Werkputzmörteln stets Mischzeiten und Wasserzugabemengen beachten!


Besondere Hinweise zu Leichtgrundputzen

  • Leichtgrundputze sind hydraulisch gebundene Putze, haben eine geringe Rohdichte (1,3 kg/dm3) und eine hohe Elastizität (E-Modul 3.500 N/mm2).
  • Kalk-Zement-Leichtgrundputze werden fast nur maschinell verarbeitet.
  • Leichtputze können auf jedem Ziegelmauerwerk eingesetzt werden, eignen sich jedoch in besonderer Weise für wärmedämmendes Ziegelmauerwerk.
  • Leichtgrundputze nicht mit Wärmedämmputzen verwechseln!

Weitergehende Anforderungen an Leichtgrundputze finden Sie unter Leichtgrundputze.

Grundlagen