Ergebnisse Betriebswirtschaft

Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Lebensdaueranalyse

  • Die betriebswirtschaftliche Beurteilung von Baukonstruktionen muss den gesamten Lebenszyklus der Konstruktionen berücksichtigen, d.h. Investitionskosten, Instandhaltungskosten, Kosten für den Heizbetrieb sowie Kosten für Abbruch und Entsorgung.
  • Eine isolierte Bewertung einzelner Kostenbereiche – wie z.B. der Investitionskosten oder der Heizkosten – dient nicht dem Gesamtziel optimierter Lebensdauerkosten.
  • Bei einer derartigen betriebswirtschaftlichen Lebensdauerbetrachtung weisen einschalige, 38cm dicke Ziegelwände sowie (kerngedämmtes) Zweischalenmauerwerk aus Ziegel die günstigsten Werte auf, bedingt durch den geringen Erhaltungs- bzw. Sanierungsaufwand sowie die Entsorgungs- und Wiederverwertungsfreundlichkeit dieser Wandkonstruktionen.
  • Die nachträgliche Dämmung bestehender Wände ("thermische Sanierung") ist nur dann wirtschaftlich vertretbar, wenn der Ausgangs-U-Wert der Wand sehr schlecht ist (1,0 W/m2K oder schlechter). Die Amortisationszeiten bei Ausgangs-U-Werten in der Größenordnung von ca. 0,5 W/m2K sind um ein Vielfaches länger als die zu erwartende Lebensdauer der Zusatzdämmung.
  • Alle diese Aussagen gelten selbst in jenem Szenario, in dem die Energiepreise in den kommenden Jahren überproportional ansteigen (Szenario 2). Um so mehr haben sie ihre Richtigkeit, wenn die Energiepreise – wie in den vergangenen Jahren – in gleichem oder geringerem Ausmaß ansteigen als die sonstigen Lebenshaltungskosten (Szenario 1).

 
Szenario1 (Ist-Zustand)

 
Anteile der einzelnen Kostenbereiche an den gesamten Lebensdauerkosten (90 Jahre Nutzungsdauer) österreichischer Wandkonstruktionen bei Gasheizung und Ölheizung


Szenario 2 (Ökologisches Szenario)

 

Anteile der einzelnen Kostenbereiche an den gesamten Lebensdauerkosten (90 Jahre Nutzungsdauer) österreichischer Wandkonstruktionen bei Gasheizung und Ölheizung

 
Thermische Sanierung von Bauwerken (nachträgliche Dämmung)
Anders als im Fall des Neubaues, bei dem die Lebensdauerkosten ausschlaggebend sind, ist im Sanierungsfall die Amortisationszeit der nachträglich auf eine bestehende Wandkonstruktion aufgebrachten Zusatzdämmung entscheidend.

Die Grafik zeigt exemplarisch die Amortisationszeiten für Dämmdicken von 6, 8 und 10 cm auf bestehenden Außenwandkonstruktionen mit unterschiedlichen Ausgangs-U-Werten bei Ölheizung, Szenario 2.

Mit anderen Worten: Nach wievielen Jahren kann die Investition für zusätzliche Dämm-Maßnahmen durch verringerte Heizkosten "zurückverdient" werden?

Der Nutzen aus jedem zusätzlichen cm Dämmung wird immer geringer. Sinnvolle Amortisationszeiten ergeben sich nur bei sehr schlechten Ausgangs-U-Werten.

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