Tragsicherheitsnachweis nach Methode K

Tragsicherheitsnachweis für Mauerwerk durch Einhaltung konstruktiver Grundregeln (Methode K)
Bei Nichteinhaltung der nachfolgend angeführten Grundregeln ist eine Berechnung nach der quasistatischen Methode bzw. nach der Antwortspektrenmethode vorzunehmen.

Ausbildung von Öffnungen in tragenden Wänden



Bei Bauwerken mit mehr als 2 Vollgeschossen in der Erdbebenzone 4 dürfen nur jene Wände zur Gesamtaussteifung des Gebäudes herangezogen werden, die den Bedingungen des Bildes entsprechen.

Verbindung tragender Wände (Eckausbildung) und Definition von Schubwänden
Gemäß ÖNORM B4015 müssen Schubwände für Bauwerke mit mehr als zwei Vollgeschoßen folgende Bedingung erfüllen:

  • Symmetrische Anordnung von Schubwänden in zwei orthogonalen Richtungen
     
  • Mindestens jeweils zwei parallele Wände sind in zwei orthogonalen Richtungen angeordnet, wobei jede Wandlänge mehr als 30 % der Bauwerkslänge in Richtung der betrachteten Wand sein muss

    trag1.gif (5736 bytes)
     
  • Der Abstand zwischen diesen Wänden beträgt mehr als 75 % der Bauwerksabmessung in der anderen Richtung

    trag2.gif (4983 bytes)
     
  • Mindestens 75 % der Vertikallasten werden über Schubwände abgetragen

    trag3.gif (22024 bytes)
    ca. 60% der Vertikallasten
    auf Schubwände
     
    trag4.gif (23352 bytes)
    ca. 93% der Vertikallasten
    auf Schubwände
     
     
  • Masseunterschied kleiner 20 % zwischen zwei aufeinander folgenden Vollgeschoßen
     
  • Differenz der Summe der Schubwandquerschnittflächen in jeder der orthogonalen Richtungen kleiner 20 % zwischen zwei aufeinander folgenden Vollgeschoßen
     
  • In jedem Geschoß beträgt die Schubwandquerschnittfläche in zwei orthogonalen Richtungen mehr als 3 % der darüber liegenden Deckenfläche



    ADecke = 12,0 * 15,0 = 180 m²
    ASW,x = 2 * 9,0 * 0.30 = 5,40 m² grgl10.gif (58 bytes) 180 * 0,03 = 5,40 m²
    ASW,y = 4 *4,50 * 0,30 = 5,40 m² grgl10.gif (58 bytes) 180 * 0,03 = 5,40 m²

     
     
  • Mindestwanddicke in den Erdbebenzonen 1 bis 3: 17 cm bei einer höchstzulässigen Schlankheit hef/t klgl10.gif (58 bytes) 15 (hef gemäß ÖN B 3350)
     
  • Mindestwanddicke in der Erdbebenzonen 4: 30 cm bei einer höchstzulässigen Schlankheit hef/t klgl10.gif (58 bytes) 12
     

Verbindung von Dach- und Deckenkonstruktionen mit tragenden Wänden und Stützen

  • Gemäß ÖN B 3350 sind alle tragenden Wände mit entsprechenden Stahlbetonrosten zu verschließen und die Deckenauflager entsprechend auszubilden
     
  • In den Erdbebenzonen 3 und 4 ist die Verbindung der Dach- und Deckenkonstruktion mit den tragenden Wänden und Stützen mit einer horizontalen Ersatzlast zu bemessen. Diese Ersatzlast ist durch Anker oder durch Reibung (Wand- Deckenknoten) aufzunehmen.
    Die horizontale Ersatzlast berechnet sich: Eh = 1,67 * epsil10.gif (838 bytes) * Bauteillast
    mit dem Koeffizienten der Erdbebenstärke epsil10.gif (838 bytes) = (ah / 9,81)
    Bei einem Nachweis auf Reibung ist die ungünstige Wirkung der vertikalen Erdbebenkraft zu berücksichtigen.
     
  • Aufragende Bauteile wie Giebelmauern, Attikamauern und Balustraden sind mit Rosten und/oder Lisenen zu versehen oder in die benachbarte Tragkonstruktion zu verankern.


Gründungen
Erdbebenkräfte werden durch und über die Fundamente in das Bauwerk eingeleitet. Deshalb sind folgende allgemeine Anforderungen zu erfüllen:

  • Alle Bauteile des aufgehenden schwingungsgefährdeten Bauwerks sind mit dem Fundament kraftschlüssig zu verbinden (Steckeisen, Verzahnung und dgl.) Die kraftschlüssige Verbindung kann bei Mauerwerk durch Reibung mit dem Fundament sichergestellt werden, wobei die ungünstige Wirkung der vertikalen Erdbebenkraft zu berücksichtigen ist.
     
  • In den Erdbebenzonen 3 und 4 hat die Fundierung mit bautechnisch gleichartigen Gründungselementen zu erfolgen, und Relativverschiebungen an der Fundamentoberkante sind zu vermeiden.
     
  • Einzelfundamente sind in den Erdbebenzonen 3 und 4 durch Aussteifungsbalken zug- und druckfest zu verbinden. Diese sind näherungsweise auf 10% der maximalen Vertikallast zu bemessen und zu verbinden. Eine Halterung der Stützen durch eine ausreichend steife Fußbodenplatte kann als ausreichende Zug- und Druckverbindung angesehen werden.
     
  • Streifenfundamente sind in der Erdbebenzone 4 ebenfalls mit Aussteifungsbalken zug- und druckfest zu verbinden und mit einer Längsbewehrung, die analog zu den Einzelfundament bemessen wird, zu versehen.
     
  • Eine günstige Wirkung des passiven Erddrucks auf die Fundamente darf nicht berücksichtigt werden, weil die Erdbebenbewegung vom Boden in das Fundament eingeleitet wird.
     
  • Bei Tiefengründungen ist zu beachten, dass ein Verdübelungseffekt zwischen Bauwerk und Untergrund besteht.

Methode K