Mauermörtelarten

Mauermörtelarten nach Herstellungskonzept:

  • Eignungsprüfungsmörtel
    Mörtel, dessen Zusammensetzung und Herstellungsverfahren vom Hersteller so ausgewählt werden, dass bestimmte Eigenschaften erreicht werden (Eignungsprüfungskonzept).
     
  • Rezeptmörtel
    In vorbestimmten Mischungsverhältnissen hergestellter Mörtel, dessen Eigenschaften aus den vorgegebenen Anteilen der Bestandteile abgeleitet werden (Rezeptkonzept).


Mörtelarten, definiert nach (Ort oder Art) der Herstellung

  • Werkmörtel
    Mörtel, der in einem Werk abgefüllt und gemischt wird. Es kann sich hierbei um „Trockenmörtel“ handeln, der gemischt ist und lediglich die Zugabe von Wasser erfordert, oder um
    „Nassmörtel“, der gebrauchsfertig geliefert wird.
     
  • Baustellenmörtel
    Mörtel, der aus den einzelnen Ausgangsstoffen aus der Baustelle zusammengesetzt und gemischt wird


Mörtelarten, definiert nach dem Anwendungsbereich

  • Normalmörtel
    Mörtel zur Verwendung in Fugen über 3 mm, in dem nur Normalzuschläge verwendet werden.
     
  • Dünnbettmörtel
    Eignungsprüfungsmörtel zur Verwendung in Fugen mit einer Dicke zwischen 1 und 3 mm.
     
  • Leichtmörtel
    Eignungsprüfungsmörtel, mit einer Trockenrohdichte des Festmörtels unterhalb eines bestimmten Wertes (Für Leichtmauermörtel darf die Trockenrohdichte nicht größer als 1.500 kg/m³ sein).


Weitere Begriffe der ÖNORM EN 998-2

  • Bindemittel:
    Material, das dazu dient, feste Partikel als einheitliche Masse zusammenzuhalten, z.B. Zement, Baukalk.
     
  • Zuschläge:
    Körnige Materialien, die nicht aktiv an der Erhärtung des Mörtels beteiligt sind.
     
  • Zusatzmittel:
    Material, das in im Verhältnis zur Masse des Bindemittels kleinen Mengen dem Mörtel zugegeben wird, um bestimmte Veränderungen der Eigenschaften zu erzielen.
     
  • Zusatzstoff:
    Fein zerteiltes anorganisches Material (das kein Zuschlag oder Bindemittel ist), das dem Mörtel beigegeben werden kann, um Eigenschaften zu verbessern oder besondere Eigenschaften zu erzielen.


In der (zurückgezogenen) ÖNORM B 3341 gab es noch weitere Definitionen:


Mauermörtelarten nach Verwendungszweck:

  • Normalmauermörtel
    mit einer Trockenrohdichte von mind. 1,20 kg/dm3 für Innenmauerwerk und Außenmauerwerk, mit hohen Anforderungen an die Druckfestigkeit, jedoch nur geringen wärmetechnischen Anforderungen. Für Schallschutzmauerwerk ist eine Trockenrohdichte von mind. 1,60 kg/dm3 erforderlich.
  • Wärmedämm-Mauermörtel
    mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,40 W/mK (z. B. Blähtonmörtel), für wärmedämmendes Mauerwerk mit mittleren Anforderungen an die Druckfestigkeit.
  • Hochwärmedämm-Mauermörtel:
    mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,25 W/mK (z. B. Perlitemörtel), für hochwärmedämmendes Mauerwerk mit geringen Anforderungen an die Druckfestigkeit. Bei dieser Mörtelart darf max. eine Ziegeldruckfestigkeit von 15 N/mm2 in Rechnung gestellt werden.
  • Sonder-Mauermörtel:
    mit Eigenschaften für besondere Anwendungen (z. B. Sichtmauerwerk)

 

Zusammensetzung

  • Bindemittel
    • Baukalke
    • Zement
    • Mauerbinder (Gemisch aus Traß und Kalk)
  • Zuschlagstoffe
    • Zur Herstellung von Normal-Mauermörtel: Natursand, Brechsand, Granulat, Korngröße 0,12 bis 8 mm
    • Zur Herstellung von Wärmedämm-Mauermörtel: Blähton (EC), eventuell Blähschiefer, Hüttenbims, Ziegelsplitt
    • Zur Herstellung von Hochwärmedämm-Mauermörtel: Blähperlit (EP), eventuell Blähglimmer
  • Zusatzmittel
    • Luftporenbildner
    • Wasserrückhaltemittel
    • Abbinderegler
    • Frostschutzmittel
  • Zusatzstoffe
    • Steinmehl
    • Pigmente
    • Traß
    • Hochofenschlacke
    • Flugasche
  • Anmachwasser
    Jedes Wasser ist geeignet, das keine Bestandteile enthält, welche die Eigenschaften des Mörtels ungünstig beeinflussen (hoher Anteil an organischen Bestandteilen, chemische Verunreinigungen, etc.). Wasser aus allen öffentlichen Versorgungsnetzen ist geeignet. Die Temperatur des Anmachwassers darf 25° C nicht überschreiten.

Mauermörtel-Arten