Leichtgrundputze

Leichtgrundputze sind, wie bereits erwähnt, für jedes Ziegelaußenmauerwerk geeignet, bei wärmedämmendem Ziegelmauerwerk als Untergrund aber der ideale Putz.

Für wärmedämmendes Ziegelmauerwerk treffen im allgemeinen nachstehende Eigenschaften zu.

  • Knirschvermauerung, meistens Nut/Feder-Verbindung.
  • Niedrige Steinrohdichte, geringe Wärmeleitfähigkeit.
  • Niedrige bis mittlere Steindruckfestigkeit 7,5–15 N/mm2.
  • Ziegelhöhe 21,9 cm.
  • Lochanteil der Ziegel 50 %.
  • Verwendung von Wärmedämm- bzw. Hochwärmedämm-Mauermörtel nach
    ÖNORM B 3341.
  • Volle Lagerfugenvermörtelung.

Wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Putzgrund fach- und normgerecht hergestellt ist, kann die Auswahl eines für diesen Putzgrund geeigneten Außenputzes erfolgen. Dazu muss der Putz bestimmte Eigenschaften aufweisen, die am Putzmörtel nach genormten und allgemein üblichen Prüfverfahren ermittelt werden.

Es ist jedoch hinreichend bekannt, dass sich die Eigenschaften des Putzes am Putzgrund sehr wesentlich von denen des Putzmörtels unterscheiden können. Zum Beispiel ist meistens die Druckfestigkeit des Putzes am Putzgrund höher als die Normaldruckfestigkeit. (In Einzelfällen bis 10 x so hoch.) Die am Putzmörtel bestimmten Eigenschaftswerte können deshalb nur Anhaltswerte sein. Entscheidend sind die Eigenschaftswerte des Putzes am Putzgrund. Für diese wird folgendes empfohlen:

Anforderungen an den Leichtgrundputz
Die entscheidenste Anforderung an den Leichtgrundputz ist, dass er deutlich weicher , d. h., weniger fest und steif, als der Putzgrund sein muss. Daraus ergeben sich nachfolgende Anforderungen an die Eigenschaften.

  • Geringe Druckfestigkeit am Putzgrund D 5 N/mm2.
  • Große Zug-Bruchdehnung Z,u 0,2 mm/m.
  • Kleine Schwinddehnung1) Endwert 1 mm/m.
  • Ausreichende große Verbundfestigkeit (Haftzug, Haftscherfestigkeit) 0,3 N/mm2.
  • Kleine kapillare Wasseraufnahme 0,5.
  • Großer Spannungsabbau durch Relaxation e = 0 x
    0,52)
    e = Endspannung,
    0= Anfangsspannung

    1) Sehr stark von klimatischen Verhältnissen abhängig. Wird bestimmt bei 20°C Temperatur, 65 % Luftfeuchtigkeit.
    2) Meßmethode sehr kompliziert. Meßergebnisse liegen selten vor und liegen zwischen 0,1 und 0,4. Der Wert 0,5 ist eine sichere Annahme.


Empfehlungen zur Ausführung

Für die Ausführung von Leichtgrundputzen auf wärmedämmendem Ziegelmauerwerk können grundsätzlich wie bei allen Außenputzen folgende Emfehlungen gegeben werden:

  • Der Putzauftrag sollte möglichst spät erfolgen, um eventuelle Formänderungen des Putzgrundes weitgehend vorwegzunehmen.
  • Für den Oberputz sollte möglichst ein Putz mit rauher unregelmäßiger Oberflächenstruktur gewählt werden, damit Haarrisse weitgehend unsichtbar bleiben (Kratzputz).
  • Für die Putzoberfläche ist eine helle Farbgebung vorzuziehen, um die klimabedingten Temperaturunterschiede und die dadurch hervorgerufenen Verformungen möglichst klein zu halten.

Hinweise:
Von den meisten Herstellern wird eine Untergrundvorbehandlung durch Vorspritzer nicht empfohlen! Herstellerangaben beachten!


Geeignete Außenputzsysteme für Leichtziegelmauerwerk
Unter Bezug auf die nach dem heutigen Erkenntnisstand zu stellenden Anforderungen an Außenputze auf wärmedämmendem Ziegelmauerwerk, die zwischenzeitlich durchgeführten zahlreichen Untersuchungen an Putzmörteln, verputzem Mauerwerk und die bisherigen Erfahrungen in der Praxis, haben sich die sogenannten Leichtgrundputze als besonders geeignet erwiesen. Werden die empfohlenen Eigenschaftswerte des Putzes am Putzgrund erfüllt, so können mit hoher Wahrscheinlichkeit schädliche Risse im Putz aus Unverträglichkeiten des Putzes mit dem Putzgrund ausgeschlossen werden.

Es existieren heute zahlreiche Leichtgrundputze unterschiedlicher Hersteller als Außenputz auf wärmedämmendem Ziegelmauerwerk, die sich auch bereits in der Praxis bewährt haben.

Leichtgrundputze