Bemessung - Grundlagen

Grenzzustand der Tragfähigkeit
Der Grenzzustand der Tragfähigkeit ist ein Zustand, der das Versagen eines Bauteiles oder Bauwerkes kennzeichnet bzw. anzeigt oder aber auf andere Weise die Sicherheit von Menschen betrifft.

Bei der Bemessung von Wänden im Sinne der ÖNORM B3350 ist nur dieser Grenzzustand von Bedeutung.

Es ist dabei nachzuweisen, dass

NSd NRd bzw.
VSd VRd

ist, wobei unter NSd bzw. NRd die aufzunehmenden bzw. aufnehmbaren vertikalen Schnittkräfte verstanden werden und unter VSd bzw. VRd die aufzunehmenden bzw. aufnehmbaren horizontalen Schnittkräfte. Ausgegangen wird hierbei vom charakteristischen Wert der Einwirkungen bzw. den Widerständen (Festigkeiten) unter Berücksichtigung der zugeordneten Teilsicherheitsbeiwerte.
Die Nachweise der Tragfähigkeit sind in zweckmäßig unterteilten Abschnitten zu führen.


Vertikale Bemessungslast einer Wand
Die vertikale Bemessungslast einer Wand NSd wird wie folgt errechnet:

NSd=G · Gk,j + Q · Qk,j

hierbei bedeutet

Gk,j charakteristischer Wert ständiger Einwirkungen
Qk,j charakteristischer Wert veränderlicher Einwirkungen
G =1,35 Teilsicherheitsbeiwert für ständige Einwirkungen
Q =1,50 Teilsicherheitsbeiwert für veränderliche Einwirkungen

Näherungsweise kann mit einem globalen Sicherheitsbeiwert von 1,4 (= 2/3 · 1,35 + 1/3 · 1,50) gerechnet werden.

Vertikaler Bemessungswiderstand einer Wand
Der vertikale Bemessungswiderstand einer Wand NRd wird wie folgt errechnet

NRd = ( · fk · A) / M

hierbei bedeutet

Abminderungsfaktor zur Berücksichtigung der Schlankheit und Exzentrizität
fk charakteristische Druckfestigkeit der Wand
M = 2,20 Teilsicherheitsbeiwert für Mauerwerk *)
A Netto-Querschnittsfläche der Wand (pro laufendem Meter)
*) Gemäß ÖNORM ENV 1996-1-1: 1997 Tabelle 2.3 wird für österreichische Verhältnisse Kategorie IB, d.h. M=2,20 festgelegt.

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