Arten und Erscheinungsformen

Weiße Ausblühungen
Sie stellen die weitaus häufigste Ausblühform dar. Hauptbestandteile sind Alkali- und Erdalkalisulfate (Kalium- und Natriumsulfat). Sie sind sehr leicht im Wasser löslich und schmecken salzig. Ähnlich leicht löslich ist das Magnesiumsulfat. Es kann von den Alkalisulfaten dadurch unterschieden werden, dass es bitter schmeckt (Bittersalz). Selten treten Karbonate der Elemente Natrium, Kalium, Magnesium und Aluminium auf.

Ursache: Kapillarer Wassertransport (mit den vor allem aus dem Mörtel gelösten Salzen) an die Oberfläche des Ziegels und anschließender Verdunstung des Wassers.
Form: Mehr oder minder dick aufliegende weiße bis hellgraue Beläge; in schweren Fällen kann die Ziegeloberfläche beschädigt sein.
Beseitigung: Trockenlegung des Bauteiles und Unterbindung der Wasserzufuhr; trocken abbürsten, u. U. mehrmals zu wiederholen; Mauerwerk vor weiterer Nässe schützen.


Beispiele für verschiedene Schweregrade von Ausblühungen und die erforderlichen Maßnahmen vor dem Putzen

leichte, kleinflächige Ausblühungen

Kein Problem! Putzen ist möglich!


stärkere, kleinflächige Ausblühungen

Vor dem Putzen trocken abbürsten! Keinesfalls Wasser verwenden!


sehr starke und/oder großflächige Ausblühungen

Die Entscheidung eines Fachmannes über die Möglichkeit der Beseitigung der Ausblühungen einholen!


Trockenausblühungen
Selten vorkommende, meist weiße Verfärbungen der Oberfläche im ofenfrischen Zustand. Die Ursache liegt in der Anreicherung von Kalzium- bzw. Magnesiumsulfat beim Trocknen der Ziegelrohlinge. Beim anschließenden Brand erfolgt die Bildung weißer Silikate an der Oberfläche. Es ist keine Behandlung notwendig, da Trockenausblühungen unschädlich sind und die Putzhaftung nicht gestört ist.


Farbige Ausblühungen
Seltenere Form von Ausblühungen mit den Hauptbestandteilen Eisen, Mangan und Vanadiumverbindungen und mit anderen Verunreinigungen besonders aus Mörtel und Anmachwasser; treten vor allem bei Sichtmauerwerk (Klinker) störend in Erscheinung.

Ursache: Kapillarer Wassertransport an die Oberfläche in gelöster Form durch Verdunstung.
Form: Gelbliche, bräunliche oder grünliche Verfärbung der Oberfläche durch Alkalisulfate oder -karbonate oder Eisenverbindungen.
Beseitigung: Bei Hintermauerwerk trocken abbürsten; bei Sichtmauerwerk ist zur Entfernung von Vanadium- und Eisenausblühungen eine 10%ige Oxalsäure- oder Kleesalzlösung geeignet.


Kalkauswaschungen (Auslaugungen und Aussinterungen)
Kalkauswaschungen gehören nicht zu den eigentlichen Ausblühungen, können aber häufig bei frisch errichtetem Mauerwerk beobachtet werden. Hier handelt es sich um Ausscheidungen an Mauerwerksflächen, wenn das noch nicht karbonatisierte Kalziumhydroxid aus den Mörtelfugen, z.B. infolge Schlagregen, ausgelaugt wird.

Ursache: Zum Unterschied von Ausblühungen wird das schwerlösliche Hydroxid nicht gelöst, sondern in einer Suspension (Kalkmilch) ausgeschwemmt.
Form: Typisch sind kräftige, weiße Kalkfahnen, die an einer Mörtelfuge beginnen.
Beseitigung: Bei Hintermauerwerk werden die Kalkauswaschungen trocken abgebürstet; bei Sichtmauerwerk ist eine chemische Behandlung mit Salzsäure oder Phosphorsäure notwendig.

 

Arten und Erscheinungsformen